Altlast K17: Filterwerk Knecht

Am Altstandort "Filterwerk Knecht" werden seit 1969 Luft- und Ölfilter sowie Kunststofffilter hergestellt. Im gesamten Produktionsbereich mit einer Fläche von ca. 45.000 m² wurden leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe und aromatische Kohlenwasserstoffe als Entfettungs- bzw. Reinigungsmittel eingesetzt.

1993 wurde im Bereich einer Entfettungsanlage eine massive Untergrundverunreinigung mit Tetrachlorethen festgestellt. 

Durch den Betrieb einer Bodenluftabsauganlage seit 1994 wurde die Tetrachlorethenbelastung des Untergrundes deutlich reduziert. Bei Untersuchungen in den Jahren 1999 und 2000 wurden nur mehr vergleichsweise geringe Konzentrationen von Tetrachlorethen in der Bodenluft nachgewiesen, wobei die festgestellte Restbelastung noch immer eine Grundwassergefährdung darstellt. Der Altstandort liegt in einem wasserwirtschaftlich bedeutenden Gebiet. Der Grundwasserspiegel befindet sich in großer Tiefe (mind. 20 m unter Gelände). Es ist daher nur mit einem geringen Eintrag von Schadstoffen in das Grundwasser zu rechnen. Im Grundwasserabstrom des Altstandortes sind keine Grundwassernutzungen vorhanden.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Völkermarkt,
Feistritz ob Bleiburg,
St. Michael,
1114, 1123, 1124
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Metallwarenerzeugung
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 180.000 m²
Schadstoff(e) Organische Lösungsmittel (leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe, aromatische Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 21.01.1998
Datum der Prioritätenfestlegung: 22.03.2002
Priorität: 3
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Pneumatische Maßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 31.07.2002

BESCHREIBUNG DER ALTLAST

Der Altstandort "Filterwerk Knecht" befindet sich ca. 600 m westlich des Ortszentrums von Sankt Michael ob Bleiburg und rund 1 km östlich von Traundorf.

Am Altstandort werden seit 1969 Luft- und Ölfilter sowie Kraftstofffilter hergestellt. Die Fläche des gesamten Betriebsgeländes beträgt ca. 14,4 ha, wobei rund 4,5 ha verbaut sind.

Der Standort des Betriebes befindet sich im Bereich des Jauntales auf einer Geländehöhe von rund 500 m ü.A. Der Untergrund im Bereich des Altstandortes wird aus Kiesen und Steinen mit unterschiedlichen Feinkornanteilen aufgebaut, in die geringmächtige feinsandige und schluffige Lagen eingeschaltet sein können. Diese Sedimente stellen den Grundwasserleiter dar und werden von Phylliten (Grundgebirge) unterlagert. Das phyllitische Grundgebirge bildet den Grundwasserstauer.

Die Lage des Grundwasserspiegels ist nicht genau bekannt. Die Angaben für den Flurabstand schwanken zwischen 20 m und 75 m. Die Grundwasserströmung ist im Bereich des Altstandortes generell nach Norden gerichtet. Die Durchlässigkeit des Gundwasserleiters kann mit etwa 5 x 10-3 m/s abgeschätzt werden. Der Grundwasserkörper weist eine große Ergiebigkeit auf.

Rund 1 km westlich des Altstandortes fließt der Gobaschnitzbach. Der Gobaschnitzbach mündet ca. 6 km nördlich des Altstandortes in die Drau. Im Umfeld des Betriebsstandortes befinden sich landwirtschaftlich genutzte Flächen. Der Altstandort liegt in einem wasserwirtschaftlich bedeutenden Gebiet. Im Abstrom des Altstandortes gibt es keine Grundwassernutzungen.

Gefährdungsabschätzung

Am Altstandort "Filterwerk Knecht" werden seit 1969 Luft- und Ölfilter sowie Kunststofffilter hergestellt. Im gesamten Produktionsbereich wurden leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe und aromatische Kohlenwasserstoffe als Entfettungs- bzw. Reinigungsmittel eingesetzt. Die Größe des Altstandortes kann mit etwa 14,4 ha angegeben werden.

Untersuchungen im Jahr 1993 ergaben Hinweise auf zum Teil massive Kontaminationen der wasserungesättigten Bodenzone bzw. oberflächennahen Bodenschichten durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe insbesondere im Bereich der ehemaligen Tetrachlorethenentfettungsanlage. In 1 m Tiefe wurden Tetrachlorethenkonzentrationen bis 26.000 mg/m³ gemessen. Mit zunehmender Tiefe war eine Abnahme der Konzentrationen feststellbar. In einer Tiefe von 4 m unter Gelände wurden noch 33 mg/m³ Tetrachlorethen nachgewiesen.

Zur Dekontamination der oberflächennahen Bodenschichten wurde ab August 1994 eine Bodenluftabsaugung aus insgesamt 9 Absaugpegeln durchgeführt. Im Verlauf der Bodenluftabsaugung wurde in allen 9 Absaugpegeln ein deutlicher Rückgang der Konzentrationen für Tetrachlorethen festgestellt. Von anfänglichen Maximalkonzentrationen von 5.334 mg/m³ wurden nach 3 Jahren Betrieb in 8 Absaugpegeln kein Tetrachlorethen und in einem Absaugpegel (P3) noch 7 mg/m³ Tetrachlorethen gemessen. Nach einer probeweisen Außerbetriebnahme der Bodenluftabsauganlage im März 1997 wurden 2 Monate später bei Kontrolluntersuchungen Tetrachlorethenkonzentrationen über 300 mg/m³ festgestellt. Daraufhin wurde die Bodenluftabsauganlage wieder in Betrieb genommen.

Temporäre Bodenluftuntersuchungen im August 1999 und Jänner bzw. Februar 2000 bestätigen, dass vor allem im Bereich der ehemaligen Tetrachlorethenentfettungsanlage erhöhte Konzentrationen für leichtflüchtige, halogenierte Kohlenwasserstoffe gegeben sind. Die Belastungen wurden hauptsächlich in den oberflächenahen Bodenschichten, bis zu einer Tiefe von etwa 2 m, festgestellt. Auch in den Bodenluftproben aus den Absaugpegeln der Bodenluftabsauganlage im unmittelbaren Bereich der ehemaligen Tetrachlorethenentfettungsanlage wurden zum Teil noch deutlich erhöhte Konzentrationen für leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (max. 130 mg/m³) festgestellt. Die Ergebnisse der 24-stündigen Bodenluftabsaugversuche ergaben in Übereinstimmung mit den temporären Bodenluftuntersuchungen, dass die Belastungen durch leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe oberflächennah auftreten. Die deutliche Abnahme der LHKW-Konzentrationen im Laufe des Absaugversuches zeigen, dass keine erhebliche Nachlieferung von Schadstoffen stattfindet. Es ist daher davon auszugehen, dass die Belastungen nur lokal auftreten. Die festgestellten Restbelastungen mit Tetrachlorethen stellen jedenfalls eine erhebliche Gefährdung für das Schutzgut Grundwasser dar.

Neben den leichtflüchtigen halogenierten Kohlenwasserstoffen wurden im Zuge der Bodenluftuntersuchungen lokal am Altstandort und auch am nordwestlichen, nordöstlichen und südöstlichen Rand des Altstandortes im Bereich von Versickerungsschächten erhöhte Konzentrationen für aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) gemessen. Die Belastung des Untergrundes mit aromatischen Kohlenwasserstoffen verursacht entsprechend der Zusammenschau aller Untersuchungsergebnisse und in Zusammenhang mit der großen Mächtigkeit der wasserungesättigten Bodenzone keine erhebliche Gefährdung des Grundwassers.

Prioritätenklassifizierung

Die im Bereich des Altstandortes auf einer Fläche von ca. 2.000 m² festgestellten, grundwassergefährdenden Untergrundverunreinigungen mit Tetrachlorethen sind vergleichsweise von geringem Ausmaß. Der Untergrund ist gut durchlässig, eine Ausbreitung der Schadstoffe zum Grundwasser ist daher prinzipiell möglich. Aufgrund der versiegelten Geländeoberfläche im Bereich der Untergrundverunreinigungen und des großen Flurabstandes des Grundwasser ist mit einem geringen Eintrag von Schadstoffen in das Grundwasser zu rechnen. Durch den Betrieb einer Bodenluftabsauganlage seit 1994 konnte die ursprüngliche Untergrundverunreinigung bereits erheblich reduziert werden. Eine großräumige Ausbreitung von Schadstoffen im Grundwasser ist nicht anzunehmen. Da im Abstrom des Altstandortes keine Brunnen vorhanden sind, besteht keine unmittelbare Gefährdung für Grundwassernutzungen.

Datum der Texterstellung: Juni 200