Gesicherte Altlast W21: Teerag Asdag Simmering

Auf einer etwa 13 ha großen Fläche in Simmering wurde in den Jahren 1914 bis 1969 eine Teerverarbeitung sowie bis 1989 eine Holzimprägnierung auf Teerbasis betrieben. Durch die zahlreichen Produktionsprozesse und Anlagenteile der Teerfabrik (z.B: Naphthalin-, Benzol- und, Teerdestillation, Teergruben, Ölkeller, Holzimprägnierung) kam es zu einer massiven Verunreinigung des Untergrundes auf rund 120.000 m².

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Wien 11.,Simmering,
Wien,
Simmering,
1402/1, 1406/1, 1408/5, 1408/6, 1409/3, 1416/1, 1416/5, 1416/6, 1418, 1428/8, 1439/3, 1439/4, 1453/1, 1453/10, 1453/12, 1453/22, 1453/23, 1453/27, 1453/32, 1453/36, 1453/39, 1936/6, 1936/7, 1965/1, .361/4, .898, .904/1, .904/2, .1561/1, .1561/2, .1562
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Verarbeitung von Teer und Teerprodukten und bituminösen Produkten,
Holzimprägnierwerk
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 120.000 m²
Schadstoff(e) Teeröl (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 28.11.2000
Datum der Prioritätenfestlegung: 04.05.2001
Priorität: 1
Datum Ausweisung gesichert: 01.11.2012
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Sicherung
Sanierungsverfahren (Gruppe): Vertikale Dichtelemente,
Hydraulische Maßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.06.2001

Am Standort wurden Untergrundbelastungen mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), aromatischen Kohlenwasserstoffen (BTEX), Phenolen und untergeordnet mit Mineralöl (MKW) festgestellt. Im Grundwasser wurden vor allem Verunreinigungen mit PAK und Phenolen nachgewiesen.

Im Jahr 2005 und 2006 wurden die kontaminierten Bereiche mit einer Dichtwand umschlossen und zur passiven Grundwasserreinigung 5 durchströmte Filterfenster mit Aktivkohlefüllung eingebaut. Im Jahr 2007 wurden zusätzliche Sperrbrunnen errichtet um einen außerhalb der Umschließung verbliebenen Kontaminationsausläufer hydraulisch zu sichern. Mittels hydraulischen sowie qualitativen Grundwasseruntersuchungen wurde nachgewiesen, dass von der Altlast keine erheblichen Auswirkungen auf das Schutzgut Grundwasser mehr ausgehen.

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Betriebliche Anlagen und Tätigkeiten

Das Betriebsgelände der Teerag-Asdag befindet sich im 11. Wiener Gemeindebezirk (Simmering). Das Werksareal umfasst eine Fläche von ca. 130.000 m² und wird im Norden von der am rechten Ufer des Donaukanals verlaufenden Simmeringer Lände (A4 Ost Autobahn), im Westen von der 7. Haidequerstraße und im Süden von der Wildpretstraße begrenzt.

Der Geschäftszweck des seit 1914 bestehenden Betriebes war die Übernahme von Rohteer vom Wiener Städtischen Gaswerk und die Weiterverarbeitung des Rohteers zu Teerfabrikaten, Asphalt und chemischen Produkten. In weiterer Folge trat die Anwendung der hergestellten Produkte im Bereich des Straßenbaus in den wirtschaftlichen Vordergrund.

Im Laufe der Betriebsgeschichte wurden folgende Produkte hergestellt bzw. mit folgenden Einsatzstoffen hantiert: Teeröl, Carbonoleum, Pech, Bitumen, Asphalt und Dachpappe auf Bitumenbasis. Aufgrund ständiger Änderungen in den produktionstechnischen Abläufen wurden viele Umbauten auf dem Gelände vorgenommen. In der Kernzone der Produktion wurden seit Betriebsbeginn mehrfach Anlagen mit erhöhtem Gefahrenpotenzial betreiben. In folgender Abbildung sind die wichtigsten umweltrelevanten Anlagenteile seit Betriebsbeginn zusammenfassend dargestellt. Zu diesen zählen:

  • Produktverarbeitungsanlagen wie Naphthalin- Teer- und Benzoldestillationen, Bitumenschmelze, Naphthalinpressen und -sublimationsanlagen, Rußöfen, Ölkristallisation
  • Anlagen zur Lagerung von Roh- und Zwischenprodukten wie Teergruben, Pechplatz sowie verschiedene Teerölspeicher, Lagerkessel und Mischproduktenmagazine
  • Nebenanlagen wie: Laboratorium, Treibstofflager mit Zapfstellen, Abfüllanlagen für Teer, Pech und Öle, Dampfkesselhaus, Imprägnierung und Tunkhütte

Ende 1969 wurde die Teeröldestillation eingestellt und die damit verbundenen Verarbeitungsanlagen sukzessive stillgelegt. Als letzte dieser Anlagen wurde im Jahr 1989 die Holzimprägnier­anlage außer Betrieb genommen. Nach diesem Zeitpunkt waren nur noch Verarbeitungsanlagen von Bitumen und petrochemischen Stoffen in Betrieb. Derzeit wird am Standort Asphaltmischgut und Gussasphalt für den Großraum Wien hergestellt.

Aus dem Jahre 1945 sind Kriegsschäden bekannt. Auf Grund dieser Schäden ist es vermutlich in Teilbereichen zu Einträgen von Schadstoffen in den Untergrund gekommen. Weitere Stör- oder Zwischenfälle aus der Zeit vor und nach dem 2. Weltkrieg sind in den vorliegenden Unterlagen nicht dokumentiert.

Untergrundverhältnisse

Der Altstandort befindet sich im Bereich der Simmeringer Heide, unmittelbar am rechten Ufer des Donaukanals. Den Untergrund bilden ca. 15 m mächtige lehmig-sandig-schottrige Sedimente der Donau aus spät- bzw. postglazialer Zeit. Im Liegenden dieser grundwasserführenden Schicht bilden ca. 5 m mächtige Sande des Jungtertiärs den Übergang zu tertiären Tonen und Schluffen (Tegel), welche ab ca. 20 m unter der Geländeoberkante als Grundwasserstauer dienen. Unter dem rund 5 bis 7 m mächtigen Stauer stehen schwach schluffige Sande des Tertiärs an.

Der Flurabstand des Grundwassers liegt bei ca. 3-6 m, der kf-Wert liegt zwischen ca. 2 x 10-4 und 4 x 10-3 m/s, wobei sich im Mittel für den gesamten Grundwasserkörper rund 1 x 10-3 m/s ergeben. Die bevorzugte Grundwasserströmung ist etwa nach Osten bis Ostsüdost gerichtet. Bei hohem Wasserstand des Donaukanals kann es jedoch auch zu Umkehrungen der Strömungsrichtung Richtung Süden bzw. auch kurzfristig nach Südwesten bis Westen kommen.

Im unbeeinflussten Zustand (vor Ausführung der Sicherungsmaßnahmen) betrug der Grundwasserdurchfluss durch den gesamten Altstandort im Mittelwasserfall (Strömung etwa parallel zum Donaukanal Richtung Ostsüdost) rund 1.600 m³/d. Die spezifische hydraulische Grundwasserfracht kann mit rund 3 bis 5 m³/m,d abgeschätzt werden.

Schutzgüter und Nutzungen

Der Altstandort wird gewerblich genutzt, auch die direkte Umgebung wird gewerblich genutzt, im Nordosten grenzt die Ostautobahn unmittelbar an den Altstandort. Im Abstand von ca. 250 m in südlicher bzw. südöstlicher Richtung befinden sich mehrere Großgärtnereien.

Im Grundwasserabstrom des Altstandortes existieren mehrere Brunnen die für Bewässerungen genutzt werden.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Am Altstandort „Teerag-Asdag-Simmering“ wurden seit 1914 Teerprodukte, vorwiegend für die Verwendung im Bauwesen, hergestellt und weiterverarbeitet. Als umweltgefährdende Nebenprodukte oder Rückstände der Teerverarbeitung fielen hier die teeröltypischen Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), leichtflüchtige aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) und Phenole an. Aus dem Jahre 1945 sind Kriegseinwirkungen dokumentiert, was vermutlich auch zu stärkeren Schadstoffeinträgen in Bereichen des Betriebsstandortes führte.

Im Bereich der Anlagen, in denen umweltgefährdende Stoffe in großem Umfang zum Einsatz kamen, wurde eine extreme Verunreinigung des Untergrundes festgestellt. Durch die Untersuchung der Untergrundproben wurde das bereits augenscheinlich erkennbare Ausmaß der Untergrundverunreinigung bestätigt. Die Maßnahmenschwellenwerte der ÖNORM 2088-1 sowohl der Gesamtgehalte als auch der Eluate wurden hier von allen standorttypischen Schadstoffen um weit mehr als das 10-fache überschritten. Dieser extrem verunreinigte Bereich war der Kernbereich der Produktion und umfasst eine Fläche von ca. 50.000 m².

Von diesem ehemaligen Kernbereich der Produktion ausgehend fand eine Ausbreitung der Kontamination im Untergrund statt. Die extremen Untergrundverunreinigungen wurden in großen Bereichen beinahe über die gesamte Mächtigkeit des durchlässigen Untergrundes von ca. 20 m festgestellt und haben sich weit über den ehemaligen Kernbereich der Produktion ausgebreitet. Der Bereich sehr starker Untergrundverunreinigungen umfasst eine Fläche von rund 120.000 m².

Ausgehend von den Untergrundverunreinigungen wurde eine extreme Grundwasserverunreinigung im Bereich des Altstandortes verursacht. Bei den Grundwasseruntersuchungen wurden deutliche Überschreitungen der jeweiligen Maßnahmenschwellenwerte für PAK, Phenol und BTEX, häufig sogar aller Parameter festgestellt. Im Schadenszentrum wurden Spitzenbelastungen bis zum 100.000-fachen des Maßnahmenschwellenwertes analysiert. Die Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser wurde bis in eine Entfernung von ca. 500 m nachgewiesen, wobei von den 16 untersuchten PAK Einzelsubstanzen Naphthalin zumeist den höchsten Anteil aufwies.

Zusammenfassend war festzustellen, dass im Bereich des Altstandortes Teerag-Asdag in Simmering eine extreme Verunreinigung des Untergrundes und des Grundwassers mit Schadstoffen aus der Teerölverarbeitung vorhanden war. Die Untergrundverunreinigung wies eine sehr große Ausdehnung auf (rund 120.000 m²). Ein Einfluss auf die Grundwasserqualität ließ sich auch im Abstrom des Standortes bis 500 m nachweisen. Die Verunreinigungen beeinträchtigten einen mächtigen Grundwasserkörper, der im näheren Abstrombereich auch für landwirtschaftliche Bewässerungszwecke genutzt wurde und wird.

 

SICHERUNGSMAßNAHMEN

Im Zeitraum von Dezember 2004 bis Mai 2007 wurden folgende Sicherungsmaßnahmen durchgeführt:

  • Errichtung einer Dichtwand mit integrierten Filterelementen (funnel & gate System)
  • Errichtung von 6 Sperrbrunnen zur hydraulischen Sicherung von Restkontaminationen außerhalb der Umschließung

In nebenstehender Abbildung sind die Lage der Dichtwand sowie die Lage der für die Kontrolluntersuchungen zur Verfügung stehenden Grundwassermessstellen eingetragen.

Beschreibung der Sicherungsmaßnahmen

Errichtung der Umschließung

Zur Sicherung der massiven Kontaminationen wurde eine Dichtwand mit integrierten Filterelementen („funnel & gate System“) errichtet. Insgesamt wurden 5 Filterelemente (Filterfenster) errichtet, wobei drei im Abstrombereich im Osten und 2 im Anstrombereich im Westen liegen. Aufgrund der zum Teil stark wechselnden Strömungsverhältnisse fungieren die westlichen Filterfenster zum Teil auch als Abstromfenster. Die Dichtwand umschließt die kontaminierten Bereiche fast vollständig, lediglich im nordwestlichen Eck wurden auch außerhalb noch erhebliche Kontaminationen festgestellt.

Die Dichtwand wurde zum Großteil als Einphasenschlitzwand mit einer Wandstärke von 60 bis 80 cm hergestellt. An der West- und Ostseite wurde die Umschließung zum Teil mit dem Schmalwandkammersystem ausgeführt. Die Kammern wurden rund 4 m breit und zwischen 30 bis 70 m lang ausgeführt und mittels hydraulischer Prüfung auf ihre Dichtheit überprüft. Im Bereich der Einbauten in der Wildpretstraße und der Haidequerstraße wurden kurze Teilstücke der Umschließung im HDBV -Verfahren (Hochdruckbodenvermörtelung) hergestellt. Als Dichtmaterial wurde generell eine Zement-Bentonitsuspension verwendet. Die Gesamtlänge der Umschließung beträgt rund 1.500 m, die Dichtwand bindet ca. 1,5 m in den Grundwasserstauer ein. Die Errichtung der Dichtwand war im Jänner 2006 abgeschlossen.

Im Jahr 2006 wurden insgesamt 5 Filterfenster errichtet. Die Errichtung erfolgte durch Überbohren der bereits errichteten Dichtwand (Schmalwand) und Einsetzen von Spezialfilterrohren mit 1 m Durchmesser. Je Filterfenster wurden 4 parallel angeordnete Filterrohre eingesetzt, die Zwischenräume und der Anschluss an die Schmalwand wurden durch Verpressen einer Dichtsuspension abgedichtet. Die Filter reichen nicht bis zum Stauer, eine allfällig am Stauer vorhandene Phase kann daher nicht in die Filter gelangen. Die Filterfernster sind mit je 4x7,5 m³ Aktivkohle befüllt und konstruktiv so hergestellt, dass sie ständig unter Wasser sind. Die Durchströmung der Filterfenster kann in beiden Richtungen erfolgen, zur Kontrollmöglichkeit wurden an beiden Seiten je Filterrohr Kontrollpegel errichtet. Die abstromigen (östlichen) 3 Filterfenster sind seit August 2006 in Betrieb, die beiden anstromigen seit Dezember 2006.

Im Frühjahr 2007 wurden im nordwestlichen Anstrombereich aufgrund von Kontaminationen außerhalb der Umschließung insgesamt 6 Sperrbunnen errichtet und das Filterfenster 2 reversibel abgedichtet. Seit 15.05.2007 wird aus Sperrbrunnen 1 und ab 21.07.2008 zusätzlich aus Sperrbrunnen 2 Grundwasser entnommen, mittels Aktivkohle aufbereitet und innerhalb der Umschließung wieder versickert. Im ersten Jahr (Mai 2007 bis Juni 2008) wurden rund 1,3 bis 1,6 l/s entnommen, ab der Vergrößerung des Sickerschachtes im Juli 2008 lagen die Entnahmemengen bei rund 2,6 l/s. Im Jahr 2009 kam es durch mehrere technische Probleme zu längeren Stillstandszeiten, erst ab November konnte wieder kontinuierlich Grundwasser aus Sperrbrunnen 1 und 2 entnommen werden. Durch diese auf mehrere Jahre vorgesehene hydraulische Maßnahme sollen die Kontaminationen nordwestlich der Umschließung so weit reduziert werden, bis diese keine erhebliche Grundwasserbelastung mehr verursachen.

Beurteilung des Sicherungserfolges

Durch die Umschließung der stark verunreinigten Bereiche und die Sperrbrunnen soll eine weitere Ausbreitung von Schadstoffen verhindert werden.

Im Abstrom der Filterfenster ist seit der Inbetriebnahme der Sicherungsanlagen ein deutlicher Schadstoffrückgang feststellbar. Die angestrebten Sanierungszielwerte wurden bei den letzten Messungen generell unterschritten, lediglich beim Phenolindex waren noch teilweise erhöhte Gehalte im Abstrom vorhanden.

Betreffend PAK-15 und Naphtalin betrug der Konzentrationsrückgang meist über 90 %, die mittleren Reinigungsraten (Median) liegen über 99 %. Betreffend Phenolindex ist die Reinigung in den Filterfenstern deutlich geringer und liegt teilweise unter 60 %. Die mittleren Reinigungsraten (Median) liegen zwischen 82 bis 92 %.

Insgesamt wurde durch die Kontrolluntersuchungen die ausreichende Funktionstüchtigkeit der Filterfenster bestätigt. Entsprechend dem Schadstoffrückhalt in den Filterfenstern war im östlichen Grundwasserabstrom ein deutlicher Schadstoffrückgang gegeben.

Die Auswertungen ergeben, dass die Schadstoffkonzentrationen im Grundwasserabstrom betreffend den Hauptschadstoffen PAK bisher zwischen rund 90 bis 99 % und betreffend Phenolen zwischen 70 bis 87 % reduziert wurden.

Im südlichen Abstrom wurde ein deutlicher Rückgang der Schadstoffkonzentrationen festgestellt, die angestrebten Sanierungszielwerte werden mit Ausnahme von vereinzelt erhöhten Phenolgehalten bis max. 62 µg/l seit über einem Jahr generell unterschritten.

Im nördlichen Abstrom wurde ein Konzentrationsrückgang festgestellt, es treten aber nach wie vor zeitweise deutlich erhöhte Schadstoffkonzentrationen (insbesondere PAK-15) auf. Die betreffende Messstelle KB 55/05 liegt im Nahbereich von lokalen Kontaminationsausläufern außerhalb der Umschließung, sodass diese zeitweise erhöhten Schadstoffkonzentrationen noch längerfristig auftreten können. Betreffend Naphthalin als mobilster Bestandteil der PAK ist auch bei der Messstelle KB 55/05 der Sanierungszielwert bereits seit Februar 2008 kontinuierlich unterschritten.

Im Bereich des südwestlichen Kontaminationsausläufers wurden bisher rund 750 kg polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK-16) entfernt, davon 171 kg im Jahr 2007 (Mai bis Dezember), 536 kg im Jahr 2008 und rund 46 kg im Jahr 2009 (zahlreiche Betriebsausfälle). Insgesamt wurde das Schadstoffpotenzial der Kontaminationen außerhalb der Umschließung auf rund 2.800 kg geschätzt. Mit den bisherigen mittleren Entfrachtungsraten ergibt sich auch unter Berücksichtigung möglicher Steigerungen durch kontinuierlichen Betrieb und erhöhten Entnahmemengen aufgrund der üblicherweise rückläufigen Mobilisierbarkeit bei abnehmenden Schadstoffkonzentrationen eine theoretische hydraulische Sanierungsdauer von deutlich mehr als 5 Jahren.

Im Abstrom des Kontaminationsausläufers sind nach wie vor zum Teil stark erhöhte PAK-Gehalte vorhanden, die von diesem Bereich abströmenden Schadstofffrachten sind ab Beginn der hydraulischen Zusatzmaßnahmen jedoch als gering einzustufen. Lediglich im Jahr 2009 kam es vermutlich bedingt durch die zahlreichen Betriebsausfälle zu neuerlich erhöhten abströmenden Schadstofffrachten. Betreffend aromatischen Kohlenwasserstoffen und Phenolindex waren im Abstrom des Kontaminationsausläufers bei den letzten Messdurchgängen nur mehr geringe Konzentrationen feststellbar, dementsprechend sind auch die abströmenden Schadstofffrachten gering.

Die Auswertung der abströmenden Schadstofffrachten zeigt eindeutig, dass die Auswirkungen des Kontaminationsausläufers im Südwesteck der Umschließung durch die zusätzlichen hydraulischen Maßnahmen seit Mitte 2007 deutlich reduziert wurden und bei Aufrechterhaltung des Pumpbetriebs keine erheblichen Schadstofffrachten mehr in den Grundwasserabstrom gelangen.

Die Schadstofffrachten im Abstrom der Gesamtumschließung (östlicher Abstrom) sind betreffend polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK-15) immer noch erheblich, weisen jedoch einen deutlich rücklaufenden Trend auf. Entsprechend der nachgewiesenen Wirksamkeit der Filterfenster  und dem bisherigen Konzentrationsrückgang  ist zu erwarten, dass auch die abströmenden PAK-Frachten weiter sinken und kurz- bis mittelfristig unter den angestrebten Zielwerten von 0,5 g/d liegen werden.

Zusammenfassend ergibt sich, dass durch die Sicherungsmaßnahmen die Schadstoffe effektiv an einer weiteren Ausbreitung im Grundwasserabstrom gehindert werden. Die mit dem Grundwasser abströmenden Schadstofffrachten sind deutlich zurückgegangen. Durch die hydraulischen Zusatzmaßnahmen im Südwesteck der Umschließung verursachen die außerhalb der Umschließung liegenden Kontaminationen keine erhebliche Schadstoffausbreitung mehr.

Durch die laufenden Sicherungsmaßnahmen findet keine erhebliche Ausbreitung von Schadstoffen aus den stark verunreinigten Bereichen mehr statt. Bei Weiterbetrieb der Sicherungsmaßnahmen ist zukünftig mit einem weiteren Rückgang der Schadstoffkonzentrationen im Grundwasserabstrom zu rechnen. Die Altlast „Teerag-Asdag-Simmering“ ist daher als gesichert zu bewerten.

 

Datum der Texterstellung: April 2011