Altlast N27: Parkplatz Brevillier Urban

Bei der Altlast N 27 „Parkplatz Brevillier Urban“ handelt es sich um eine heute teilweise als Parkplatz genutzte Fläche, auf der vermutlich seit den 1940er- bis Anfang der 1960er-Jahre rund 7.000 m³ mit Bauschutt, Metallabfällen und Schlacken vermischtes Aushubmaterial ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers abgelagert wurde.

In die Ablagerung sind zudem Lösungsmittel (chlorierte Kohlenwasserstoffe – CKW) eingebracht worden. Dadurch ist eine Fläche von mindestens 1.000 m² erheblich mit CKW verunreinigt. Ausgehend von der erheblichen Kontamination des Untergrundes ist eine Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser bis in eine Entfernung von rund 200 m festzustellen. Die im Grundwasser transportierten Schadstofffrachten sind als gering einzustufen. Aufgrund des gering ergiebigen Grundwassers ist auch langfristig mit keiner weitergehenden Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser zu rechnen. In der näheren Umgebung der Altablagerungen sind Nutzwasserbrunnen vorhanden. Die Altablagerung stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. Sie wurde im Jahr 2002 in die Prioritätenklasse 2 eingestuft. Entsprechend der Bewertung der aktuellen Untersuchungsergebnisse schlägt das Umweltbundesamt keine Änderung der Einstufung der Altlast N 27 „Parkplatz Brevillier Urban“ vor.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Neunkirchen,
Neunkirchen,
Neunkirchen,
314/3, 397/12
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Betriebsdeponie
Art der Ablagerungen: Aushubmaterial/Abraum,
Bauschutt,
Industrie-/Gewerbemüll
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 1.300 m²
Volumen Altlast (m³): 7.000 m³
Schadstoff(e) Organische Lösungsmittel (leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 11.12.1997
Datum der Prioritätenfestlegung: 13.05.1998
Priorität: 2
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Räumung,
Pneumatische Maßnahmen,
Hydraulische Maßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 30.09.2013

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Altablagerung

Bei der Altlast N27 „Parkplatz Brevillier Urban“ handelt es sich um eine heute teilweise als Parkplatz genutzte Fläche, auf der vermutlich bis Anfang der 1960er-Jahre u. a. Produktionsabfälle eines metallverarbeitenden Betriebes („Neunkirchner Schraubenwerke“) ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers abgelagert wurden. Auf historischen Luftbildern ist bereits im Jahre 1945 eine offene Deponiefläche auf dem heutigen Altlastenareal ersichtlich.

Wie aus Untergrunduntersuchungen bekannt ist, handelt es sich bei den abgelagerten Abfällen hauptsächlich um Aushubmaterial, das mit Bauschutt (Ziegel- und Betonbruch) und in geringem Ausmaß mit Metallabfällen und Schlacken vermischt ist. In die Ablagerungen sind offensichtlich auch Lösungsmittel (chlorierte Kohlenwasserstoffe) und vermutlich Kalk- und Eisenhydroxidschlämme aus der Neutralisation von Abwässern sowie Abfälle aus dem Gießereibereich eingebracht worden.

Die Fläche der Ablagerung beträgt rund 4.000 m², die Mächtigkeit auf rund 2/3 der Fläche etwa 1 m bis maximal 2 m, im westlichen Bereich 3 m bis 5 m. Das Volumen kann grob mit 7.000 m³ abgeschätzt werden.

Untergrundverhältnisse

Das Gelände im Bereich der Altablagerung befindet sich am südlichen Rand des Wiener Beckens in einem ebenen Bereich des Talbodens der Schwarza auf einer Seehöhe von 368 m ü. A. bis 369 m ü. A.

Unterhalb der 1 m bis 5 m mächtigen Altablagerung tritt bis in etwa 12 m bis 20 m Tiefe eine heterogene Wechsellagerung von z. T. schluffigen und steinigen Kiesen und Sanden auf, die teilweise zu Konglomerat verfestigt sind und in ihrem unteren Bereich den Grundwasserleiter bilden. Darunter befindet sich eine sehr heterogene Wechsellagerung von feinsandigen bis kiesigen Tonen und Schluffen, in die z. T. geringmächtige Sand- und Kieslagen eingeschaltet sind. Dieser Schichtkomplex bildet i. A. den relativen Grundwasserstauer, ist jedoch nicht als einheitlicher Stauerkomplex anzusehen, da immer wieder wasserführende Zwischenlagen auftreten.

Entsprechend der Heterogenität des lokalen geologischen Aufbaues schwankt die an den vorhandenen Grundwassermessstellen ermittelte hydraulische Durchlässigkeit zwischen 2E-05 m/s und 1E-03 m/s.

Die Grundwasserströmungsverhältnisse sind im Bereich der Altablagerung maßgeblich von der Wasserführung der Schwarza beeinflusst, die im Stadtgebiet von Neunkirchen nur zeitweise wasserführend ist, da westlich von Neunkirchen eine Ausleitung des Flusswassers in einen Werkskanal erfolgt. Im „Normalfall“, d. h. bei Trockenliegen der Schwarza, ist die Grundwasserströmungsrichtung nach Norden bis Nordosten gerichtet. Das hydraulische Gefälle beträgt in diesem Fall zwischen 10 ‰ und 15 ‰, der mittlere Flurabstand um die 20 m. Nachdem im Bereich der Altablagerung der relative Grundwasserstauer eine Hochlage bildet, befindet sich bei niedrigen Grundwasserständen der Grundwasserspiegel unterhalb der Oberkante des relativen Grundwasserstauers.

Bei Wasserführung der Schwarza versickert Oberflächenwasser in das Grundwasser. Dadurch kommt es relativ rasch zu einer Umkehr der Grundwasserfließrichtung in Richtung Süden bis Südwesten. Das hydraulische Gefälle beträgt in diesen Fällen bis zu 20 ‰. Diese Situation trat in den Jahren 2011 und 2012 in Summe rund 25 Mal, jeweils über eine Dauer von mehreren Tagen bis Wochen auf. Die mittlere Dauer betrug rund 5 Tage. Der Grundwasserflurabstand kann dabei bis auf ca. 10 m sinken, wodurch im Bereich der Altablagerung Grundwasserspiegelschwankungen von bis zu 15 m möglich sind.

Der Grundwasserdurchsatz unterhalb der Deponie ist vergleichsweise gering. Eine quantitative Abschätzung ist aufgrund der starken Grundwasserspiegelschwankungen und der zeitweisen Umkehr der Grundwasserfließrichtung mit sehr hohen Unsicherheiten behaftet.

Die Grundwasserneubildung im zentralen, nicht versiegelten Teil der Altablagerung kann gemäß „Arbeitshilfe zur Abschätzung von Sickerwasserbelastungen an kontaminierten Standorten“ mit rund 90 mm pro Jahr (entspricht etwa 15 % des Jahresniederschlages von rund 600 mm oder 0,4 m³ pro Tag) abgeschätzt werden.

Schutzgüter und Nutzungen

Die Altablagerung „Parkplatz Brevillier Urban“ befindet sich im Stadtzentrum von Neunkirchen. Unmittelbar nordöstlich der Altablagerung verläuft die Urbangasse, an die in östlicher Richtung die sanierte Altlast N 34 „Neunkirchner Schaubenwerke“ anschließt, die das ehemalige Betriebsgelände der Firma Brevillier Urban darstellt. Diese Altlast wurde zu Beginn der 2000er-Jahre durch Aushub der mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, Metallen und chlorierten Kohlenwasserstoffen kontaminierten Bereichen saniert. Im Süden grenzt die Altablagerung „Parkplatz Brevillier Urban“ an den ehemaligen Werkskanal und im Westen an landwirtschaftlich genutzte Flächen. Im Norden befinden sich für Wohnzwecke genutzte Flächen.

Etwa ein Drittel der Fläche der Altablagerung ist befestigt. Dieser Teil wird derzeit als Parkplatz genutzt, der restliche Bereich ist unbefestigt und großteils mit Bäumen bewachsen.

Rund 200 m nördlich der Altablagerung fließt die Schwarza Richtung Osten.

Das Grundwasser der näheren Umgebung (< 500 m) wird vielfach zu Betriebs- und Bewässerungszwecken verwendet. Etwa 800 m nördlich der Altablagerung befindet sich jenseits der Schwarza eine öffentliche Brunnenanlage („Notwasserversorgung“), deren Wasser im Normalfall für Bewässerungszwecke verwendet wird.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Bei der Altlast N 27 „Parkplatz Brevillier Urban“ handelt es sich um eine im Stadtzentrum von Neunkirchen gelegene, heute teilweise als Parkplatz genutzte Fläche, auf der bis Anfang der 1960er-Jahre u. a. Produktionsabfälle eines metallverarbeitenden Betriebes (sanierte Altlast N 34 „Neunkirchner Schraubenwerke“) ohne technische Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers abgelagert wurden.

Bei den abgelagerten Abfällen handelt es sich hauptsächlich um Aushubmaterial, das mit Bauschutt (Ziegel- und Betonbruch) und in geringem Ausmaß mit Metallabfällen und Schlacken vermischt ist. In die Ablagerungen sind offensichtlich auch Lösungsmittel (chlorierte Kohlenwasserstoffe) und vermutlich Kalk- und Eisenhydroxidschlämme aus der Neutralisation von Abwässern sowie Abfälle aus dem Gießereibereich eingebracht worden. Die Fläche der Ablagerung beträgt rund 4.000 m², die Mächtigkeit auf rund 2/3 der Fläche etwa 1 m bis maximal 2 m, im westlichen Bereich 3 m bis 5 m. Das Volumen kann grob mit 7.000 m³ abgeschätzt werden.

Unterhalb der Altablagerung tritt bis in etwa 12 m bis 20 m Tiefe eine heterogene Wechsellagerung von z. T. schluffigen und steinigen Kiesen und Sanden auf, die teilweise zu Konglomerat verfestigt sind und in ihrem unteren Bereich den Grundwasserleiter bilden. Darunter befindet sich eine sehr heterogene Wechsellagerung von feinsandigen bis kiesigen Tonen und Schluffen, in die z. T. geringmächtige Sand- und Kieslagen eingeschaltet sind. Dieser Schichtkomplex bildet i. A. den relativen Grundwasserstauer. Entsprechend der Heterogenität des lokalen geologischen Aufbaues schwankt die an den vorhandenen Grundwassermessstellen ermittelte hydraulische Durchlässigkeit zwischen 2E-05 m/s und 1E-03 m/s. Die Grundwasserströmungsverhältnisse sind im Bereich der Altablagerung maßgeblich von der Wasserführung der Schwarza beeinflusst, die im Stadtgebiet von Neunkirchen nur zeitweise wasserführend ist. Im „Normalfall“, d. h. bei Trockenliegen der Schwarza, ist die Grundwasserströmungsrichtung nach Norden bis Nordosten gerichtet (mittlerer Flurabstand: um die 20 m). Der Grundwasserdurchsatz unterhalb der Deponie ist vergleichsweise gering. Bei Wasserführung der Schwarza versickert Oberflächenwasser in das Grundwasser. Dadurch kommt es relativ rasch zu einer Umkehr der Grundwasserfließrichtung in Richtung Süden bis Südwesten. Diese Situation trat in den letzten Jahren im Schnitt einmal pro Monat auf und dauerte rund 5 Tage. Der Grundwasserflurabstand kann dabei bis auf ca. 10 m sinken.

Das Grundwasser der näheren Umgebung wird vielfach für Betriebs- und Bewässerungszwecke verwendet.

Im Bereich der Altablagerung wurden der Untergrund und das Grundwasser seit den 1990er-Jahren in mehreren Kampagnen untersucht.

Bei Untersuchungen in den Jahren 2010 und 2011 konnte in den obersten rund 1,5 m der Altablagerung eine fast flächendeckende Belastung durch Mineralölkohlenwasserstoffe nachgewiesen werden, die den Prüfwert der ÖNORM S 2088-1 von 100 mg/kg für den Parameter KW-Index überschritt. Da es sich dabei um gering mobile, mittel- bis hochsiedende Verbindungen handelt, ist gemäß ÖNORM S 2088‑1 ein Maßnahmenschwellenwert von 1.000 mg/kg heranzuziehen. Diesen Wert überschreitende Konzentrationen waren im Grenzbereich zum Grundstück 397/12 bis in rund 5 m Tiefe festzustellen. Das betroffene Untergrundvolumen kann mit maximal 3.000 m³ abgeschätzt werden. Daneben wurden im Bereich der Altablagerung lokal deutliche Prüfwertüberschreitungen für die Metalle Blei, Cadmium, Chrom (gesamt), Kupfer, Nickel, Quecksilber und Zink um Faktoren zwischen 10 und 30 (Blei: Faktor 100) festgestellt. Da es sich vielfach um Einzelwerte handelt, sind die betroffenen Untergrundvolumina sehr klein. Zudem belegen die Eluatuntersuchungen eine sehr geringe Mobilisierbarkeit der Metalle, die jeweiligen Maßnahmenschwellenwerte der ÖNORM S 2088‑1 wurden mit einer einzigen Ausnahme unterschritten. Entsprechend ihrer Intensität und ihres Ausmaßes stellt weder die Verunreinigung mit Mineralölkohlenwasserstoffen noch diejenige mit Metallen eine erhebliche Kontamination des Untergrundes dar.

Im Zuge von Absaugversuchen an den stationären Bodenluftmessstellen, die entsprechend den Ergebnissen der Voruntersuchungen in den 1990er-Jahren positioniert wurden, wurde im nordwestlichen Teil der Altablagerungen auf einer Fläche von mindestens 1.000 m² eine hohe Belastung des Untergrundes durch chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) nachgewiesen. So ergaben sich an der nördlichen Grenze des Grundstücks 314/3 zum Grundstück 397/12 CKW-Konzentrationen bis zu 100 mg/m³ und daraus resultierende CKW-Frachten von bis zu 400 g pro Tag. Der Kontaminationsschwerpunkt befindet sich in einer Tiefe von 2 m bis 10 m. Dieser Bereich kann als Schadenszentrum und entsprechend seiner Intensität und seines Ausmaßes als erhebliche Kontamination des Untergrundes bezeichnet werden. Als maßgebliche Einzelstoffe konnten hauptsächlich Tetra- und Trichlorethen identifiziert werden. Im Zuge von Wiederholungsmessungen nach etwa einem halben Jahr waren im Schadenszentrum durchwegs deutlich niedrigere Frachten festzustellen.

Nördlich des Schadenszentrums waren Frachten im Bereich von 50 g/d und darüber festzustellen. In den anderen Bereichen außerhalb des Schadenszentrums, die durch Bodenluftuntersuchungen abgedeckt wurden, lagen die CKW-Frachten unter 50 g/d. Das von der CKW-Kontamination betroffene Untergrundvolumen kann grob mit 5.000 m³ bis 10.000 m³ abgeschätzt werden.

Im unmittelbaren Grundwasserabstrom des Schadenszentrums betrug der Medianwert für den Parameter Summe aus Tetra- und Trichlorethen rund 25 µg/l und überstieg damit den Maßnahmenschwellenwert der ÖNORM S 2088-1 von 10 µg/l um den Faktor 2,5. Generell waren erhöhte CKW-Konzentrationen auf die Substanzen Tetra- und Trichlorethen sowie an der am höchsten belasteten Messstelle GW01 zusätzlich auf cis-1,2-Dichlorethen zurückzuführen. Im weiteren Abstrom lagen die CKW-Konzentrationen unter den Maßnahmenschwellenwerten. In Abhängigkeit von Grundwasserfließrichtung und Grundwasserständen waren an einigen Messstellen stark schwankende Konzentrationen festzustellen. Was die zeitliche Entwicklung der Grundwasserbelastungen betrifft, so bewegten sich die zuletzt gemessenen Konzentrationen in einer ähnlichen Bandbreite wie in den Jahren 2002 bis 2004. Pumpversuche über 24 Stunden im unmittelbaren Abstrom des Schadenszentrums ergaben an der am höchsten belasteten Messstelle GW01 maximale CKW-Konzentration von etwa 300 µg/l zu Beginn des Pumpversuches, die im Laufe des Versuches auf rund 100 µg/l absanken. Die im Grundwasser transportierte CKW-Fracht kann aufgrund des geringen Grundwasserdargebots als vergleichsweise gering abgeschätzt werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass im nordwestlichen Bereich der Altablagerung auf einer Fläche von mindestens 1.000 m² eine erhebliche Kontamination des Untergrundes mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) gegeben ist (Schadenszentrum).

Ausgehend von dieser Kontamination ist das Grundwasser im Abstrom des Schadenszentrums mit CKW belastet. Aufgrund des gering ergiebigen Grundwasserleiters sind die transportierten Schadstofffrachten als nicht erheblich einzustufen. Die Grundwasserbelastung kann bei „normalen“, nach Norden gerichteten Grundwasserströmungsverhältnissen bis zur Schwarza nachgewiesen werden (rund 200 m).

Aufgrund der im Untergrund festgestellten Schadstoffe und deren Eigenschaften sowie aufgrund der Grundwasserverhältnisse kann davon ausgegangen werden, dass sich mittel- und langfristig sowohl die Schadstofffrachten im Grundwasser als auch die weitere Ausbreitung der Schadstoffe betreffend keine wesentlichen Veränderungen ergeben werden.

Der erheblich mit chlorierten Kohlenwasserstoffen kontaminierte Bereich der Altablagerung stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.

 

PRIORITÄTENKLASSIFIZIERUNG

Maßgebliches Schutzgut für die Bewertung des Ausmaßes der Umweltgefährdung ist das Grundwasser. Die maßgeblichen Kriterien für die Prioritätenklassifizierung können wie folgt zusammengefasst werden:

Schadstoffpotenzial: hoch

Auf der Altablagerung ist eine Fläche von mindestens 1.000 m² erheblich mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) verunreinigt. CKW weisen aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften allgemein ein hohes Gefährdungspotential für das Grundwasser auf. Die auf der Altablagerung "Parkplatz Brevillier Urban" für die erhebliche Kontamination des Untergrundes maßgebliche Substanz Tetrachlorethen besitzt ein sehr hohes Gefährdungspotential für das Grundwasser. Unter Berücksichtigung der Art der nachgewiesenen Schadstoffe und der im Untergrund vorhandenen Schadstoffmengen ergibt sich insgesamt ein hohes Schadstoffpotenzial.

Ausbreitung der Schadstoffe: begrenzt

Ausgehend von der erheblichen Kontamination des Untergrundes ist eine Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser festzustellen. Die Grundwasserbelastung kann bei normalen, nach Norden gerichteten Grundwasserströmungsverhältnissen bis zur Schwarza nachgewiesen werden (rund 200 m). Die im Grundwasser transportierten Schadstofffrachten sind aufgrund des gering ergiebigen Grundwassers als gering einzustufen. Aufgrund dieser Grundwasserverhältnissen ist auch langfristig mit keiner wesentlichen weitergehenden Ausbreitung der Schadstoffe im Grundwasser zu rechnen. Entsprechend der Länge der Schadstofffahne und der geringen Schadstofffracht ist die Ausbreitung der Schadstoffe insgesamt als begrenzt einzustufen.

Bedeutung des Schutzgutes: gut nutzbar

Das Grundwasser im Bereich der Altablagerung ist gering ergiebig. Trotz dieser geringen Ergiebigkeit wird das Grundwasser der näheren Umgebung (< 500 m) für Betriebs- und Bewässerungszwecke verwendet. In der näheren Umgebung der Altablagerung sind keine Trinkwassernutzungen vorhanden und sind auch aufgrund der wasserwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zukünftig nicht zu erwarten. Eine Beeinträchtigung der etwa 800 m entfernt gelegenen "Notwasserversorgung" durch die Altablagerung kann ausgeschlossen werden.

Vorschlag Prioritätenklasse: 2

Die Altlast wurde im Jahr 2002 in die Prioritätenklasse 2 eingestuft. Entsprechend der Bewertung der aktuellen Untersuchungsergebnisse, der aktualisierten Gefährdungsabschätzung und den im § 14 Altlastensanierungsgesetz festgelegten Kriterien schlägt das Umweltbundesamt keine Änderung der Einstufung der Altlast N 27 "Parkplatz Brevillier Urban" vor.

 

Datum der Texterstellung:    Juli 2013