Altlast O43: Putzerei Lengauer

Der Altstandort "Putzerei Lengauer" befindet sich im Zentrum von Schwertberg. Zwischen 1969 und 1993 wurde auf der gegenständlichen Fläche eine Putzerei betrieben. Durch die Verwendung von Tetrachlorethen als Reinigungsmittel kam es zu einer erheblichen Verunreinigung des Untergrundes und des Grundwassers. Die erheblichen Verunreinigungen des Untergrundes umfassen eine Fläche von rund 690 m2.

Im unmittelbaren Abstrom des Altstandortes sind hohe LHKW-Konzentrationen messbar. Die Schadstofffahne ist mehr als 300 m lang. Es ist auch in Zukunft mit einem erheblichen Schadstoffeintrag in das Grundwasser zu rechnen. Der Altstandort "Putzerei Lengauer" stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. Es wird vorgeschlagen, den Altstandort in die Prioritätenklasse 2 einzustufen.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Perg,
Schwertberg,
Schwertberg,
1873/1, .65, .66
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: chemische Reinigung
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 690 m²
Volumen Altlast (m³): 2.500 m³
Schadstoff(e) Organische Lösungsmittel (leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 28.10.1999
Datum der Prioritätenfestlegung: 02.02.2000
Priorität: 2
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Sicherung
Sanierungsverfahren (Gruppe): Hydraulische Maßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 15.07.2016

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Betriebliche Anlagen und Tätigkeiten

Der Altstandort „Putzerei Lengauer“ befindet sich im Zentrum von Schwertberg.

Auf dem gegenständlichen Standort wurde im Erdgeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes von 1969 bis 1993 eine chemische Reinigung betrieben. Die technischen Anlagen befanden sich direkt neben dem Verkaufsraum. Es wurde Tetrachlorethen als Reinigungsmittel eingesetzt.

Im Zusammenhang mit einer im Jahr 1988 festgestellten Kontamination des Grundwassers durch leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) im Grundwasserabstrom der Putzerei wurden Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre Maßnahmen zur Sanierung der wasserungesättigten Bodenzone bzw. des Kanals durchgeführt. Es wurde in der Putzerei ein Bodenaushub (mind. 30 cm) im Aufstellungsbereich der Reinigungsmaschine vorgenommen und eine Bodenluftabsaugung durchgeführt.

Untergrundverhältnisse

Der Altstandort befindet sich am südlichen Rand der Granitmasse des oberen Mühlviertels. Der Untergrund im Bereich des Altstandortes besteht zunächst aus Anschüttungen mit sandigen und schluffigen Kiesen. Unter diesen maximal 2 m mächtigen Anschüttungen liegen bindige Schichten, die aus Schluffen, Feinsanden und untergeordnet aus schluffigen Tonen bestehen. Diese „Aulehmschichten“, die bis ca. 3 m unter GOK reichen, werden von quartären, sandigen Kiesen unterlagert. Die Kiese, die fluviatilen Ablagerungen der Aist entsprechen, reichen bis in eine Tiefe von 7 bis 8 m. In diese sind stellenweise feinkörnigere Sedimente (Sandlinsen) eingeschaltet. Unterlagert werden die Aistschotter von mitteldicht bis dicht gelagerten Kiesen und Sanden, die im Mittel bis in eine Tiefe von ca. 12 m vorliegen. Diese „Granitsande“ stellen Aufarbeitungsprodukte des Granits dar und sind grundsätzlich etwas feinkörniger als die darüber liegenden Aistschotter. Im Liegenden der Granitsande wird Mühlviertler Granit angetroffen, der eine heterogene ca. 1 bis 2 m mächtige Verwitterungschicht aus Steinen, Kies, Sand und Schluff aufweist. Nach Süden hin wird dieser von tertiärem Mergel, dem sogenannten „Schlier" überlagert.

Die Aulehme (Deckschicht) sind bei höheren Wasserständen meist leicht eingestaut (leicht gespannte Grundwasserverhältnisse). Die unter diesen bindigen Schichten liegenden Sande und Kiese bilden den bei Mittel- und Niedrigwasser freien Porengrundwasserleiter. Der zwischen Stauer (Granit) und dem Porengrundwasserleiter liegende Granitgrus ist sehr gering durchlässig und beim Grundwasserdurchsatz vernachlässigbar. Auch im wenig geklüfteten Granit sind nur sehr untergeordnete Durchlässigkeiten zu erwarten.

Die Hydrogeologie im Bereich des Altstandortes wird einerseits von der Aist dominiert, welche sich westlich des Standorts befindet und ins Grundwasser infiltriert sowie andererseits durch die im Osten ansteigende Granitbasis, welche den Grundwasserleiter nach Osten begrenzt.

Die Aistschotter weisen einen Durchlässigkeitsbeiwert von ca. 4*10-4 m/s auf. Für die darunter liegenden Granitsande wurde eine leicht geringere Durchlässigkeit mit 1*10-4 m/s festgestellt. Die Durchlässigkeit des Aquifers nimmt im Abstrom des Altstandortes zu (Abstand 280 m: 2*10-3 m/s). Die generelle Grundwasserströmungsrichtung weist nach Süden. Das Grundwasserspiegelgefälle beträgt etwa 5 ‰. Der Grundwasserflurabstand liegt bei ca. 3 m. Bei einer Aquifermächtigkeit von ca. 10 m kann der spezifische Grundwasserdurchfluss auf ca. 1 m³/d,m abgeschätzt werden. Für eine Abstrombreite von ca. 25 m ergibt sich ein Grundwasserdurchfluss von etwa 30 m³/d. Aufgrund der vollständigen Bebauung bzw. Versiegelung ist auf dem Altstandort und seiner Umgebung von einer sehr geringen Grundwasserneubildungsrate auszugehen. Dementsprechend kann der Verdünnungseffekt beim Eintritt des Sickerwassers in das Grundwasser als hoch angenommen werden.

Schutzgüter und Nutzungen

Auf dem Altstandort „Putzerei Lengauer“ befindet sich ein mehrstöckiges Gebäude, das im Erdgeschoss gewerblich genutzt wird. Im Obergeschoss befinden sich Wohnräume. Nördlich des teilweise unterkellerten ehemaligen Putzereigebäudes liegen ein befestigter Innenhof und eine Garage sowie ein weiteres für gewerbliche Zwecke sowie für Wohnzwecke genutztes Gebäude. Im Umfeld des Altstandortes ist dicht verbautes Siedlungsgebiet vorhanden.

Das nächstgelegene Oberflächengewässer ist die Aist, die ca. 200 m westlich des Altstandortes nach Süden in Richtung Donau fließt und im Bereich von Schwertberg über mehrere Staustufen geführt wird.

Im Grundwasserabstrom des Altstandortes befinden sich mehrere Hausbrunnen. Ca. 500 bis 600 m grundwasserstromabwärts liegen mehrere Nutzwasserbrunnen einer Maschinenfabrik. Das Nutzwasser wird als Kühlwasser verwendet und anschließend in den nächsten Vorfluter (Aist) eingeleitet. Ca. 2,6 km südwestlich des Altstandortes befindet sich die Brunnenanlage eines Wasserverbandes.

 

UNTERSUCHUNGEN

Untersuchungen 1998 bis 1999

Im Rahmen von ergänzenden Untersuchungen gemäß § 13 ALSAG wurden in den Jahren 1998 und 1999 folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • temporäre Bodenluftuntersuchungen (49 Proben aus 2 Tiefenstufen an 26 Messstellen)
  • Errichtung von 6 stationären Bodenluftmessstellen an 3 Messstellengruppen
  • Beprobung der stationären Bodenluftmessstellen an 2 Terminen
  • Errichtung von 6 Grundwassermessstellen an 3 Messstellengruppen
  • Grundwasserprobenahme und Untersuchung an 2 Terminen

Untersuchungen 2000 bis 2002 und 2006 bis 2008

In den Jahren 2000 bis 2002 und 2006 bis 2008 wurden an 10 Terminen Grundwasserproben aus den Messstellen GW1-1/98, GW1-2/98, GW2-1/98 und GW2-2/98 gezogen sowie aus den Brunnen BrI, BrVI und B1 (Nutzwasserbrunnen einer Maschinenfabrik im Abstrom). Bei den Messstellen wurden Pumpproben entnommen und bei den Brunnen Schöpf- bzw. Hahnentnahmen durchgeführt. Die Proben wurden auf LHKW und Trihalomethane untersucht.

Untersuchungen 2013 bis 2014

Im Zuge der Planung von Sanierungsmaßnahmen wurden im Zeitraum von Oktober 2013 bis September 2014 folgende Untersuchungen durchgeführt:

  • Bodenluftmessungen an 20 temporären Messstellen, Entnahme und Untersuchung von Bodenluft- und Feststoffproben
  • Abteufung von 5 Rammkernbohrungen, Entnahme und Untersuchung von Bodenluft- und Feststoffproben
  • Errichtung von 2 stationären Bodenluftmessstellen, Entnahme und Untersuchung von Bodenluft- und Feststoffproben und Durchführung von 24h-Absauversuchen bei be-stehenden und neu errichteten Messstellen
  • Herstellung von 46 Direct-Push-Sondierungen, Entnahme und Untersuchung von Grundwasser- und Feststoffproben
  • Errichtung von 32 Grundwassermessstellen, Untersuchung des Grundwassers bei be-stehenden Messstellen und Brunnen sowie bei den neu errichteten Messstellen an 5 Terminen sowie Durchführung von zwei 144-stündigen Pumpversuchen

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Am Altstandort „Putzerei Lengauer“ wurde im Zeitraum von 1969 bis 1993 eine Putzerei betrieben. Als Reinigungsmittel wurde Tetrachlorethen eingesetzt. Während des Betriebes kam es aufgrund von technischen Defekten immer wieder zu Austritten von Tetrachlorethen. Tetrachlorethenhältige Abwässer gelangten in die Kanalisation und von dort in den Untergrund. Der Kanal der Putzerei führte aus dem Innenhof auf den Marktplatz und mündete dort in den Gemeindekanal.

Die Hydrogeologie im Bereich des Altstandortes wird einerseits von der Aist dominiert, welche sich westlich des Standorts befindet und ins Grundwasser infiltriert sowie andererseits durch die im Osten ansteigende Granitbasis, welche den Grundwasserleiter nach Osten begrenzt. Dazwischen befindet sich ein Porengrundwasserleiter, welcher sich aus ca. 15 m mächtigen Sand-Kies-Lagen im Wechsel mit feinsandigen und teilweise sogar schluffig-tonigen dezimeter- bis metermächtigen Schichten zusammensetzt. Die Basis des Grundwasserleiters bilden im Norden Gneis und Granit des Mühlviertels. Nach Süden hin wird dieser von tertiärem Mergel, dem sogenannten „Schlier" überlagert. Die generelle Grundwasserströmungsrichtung weist nach Süden. Der Grundwasserflurabstand liegt bei ca. 3 m. Der Grundwasserdurchfluss ist gering.

Bei den Bodenluftuntersuchungen wurde eine massive Belastung des ungesättigten Untergrundes durch chlorierte Kohlenwasserstoffe ausgehend von der ehemaligen Putzerei und entlang eines Abwasserkanals, der in Richtung Südosten verläuft und am Marktplatz in den Gemeindekanal mündet, festgestellt. Die höchsten LHKW-Konzentrationen lagen im Innenhof vor. Am Marktplatz wurden weitaus geringere Konzentrationen festgestellt. Im Vergleich zu den
Konzentrationen, die im Jahr 1998 ermittelt wurden (max. 16.000 mg/m3 Tetrachlorethen), war ein Rückgang festzustellen.

Bei den durchgeführten Absaugversuchen wurde bei allen Messstellen eine Abnahme der LHKW-Konzentrationen mit der Zeit beobachtet. Mit Ausnahme einer Messstelle lagen die Ergebnisse der Absaugversuche auf einem niedrigeren Niveau als die Ergebnisse der temporären Messungen. Aus den Bodenluftabsaugversuchen lässt sich eine LHKW-Fracht zwischen 120 und 3.600 g/d abschätzen.

Bei der Untersuchung der Feststoffproben wurden 2 Bereiche mit stark erhöhten LHKW-Konzentrationen festgestellt. Im Innenhof der ehemaligen Putzerei wurden die höchsten
Konzentrationen entlang der Kanalschächte im ungesättigten Bereich gemessen. Der zweite Bereich befindet sich am Marktplatz neben einem Kanalschacht der ehemaligen Putzerei, kurz vor der Einmündung in den Gemeindekanal. Die Hauptbelastung lag hier in einer Tiefe von 3 bis 5 m unter GOK vor und damit im gesättigten Bereich.

Im Zuge der Direct-Push-Untersuchungen wurde festgestellt, dass in der gesättigten Bodenzone neben den oben genannten Bereichen (Innenhof und Marktplatz) auch der Bereich des Kellers des Putzereigebäudes und der Bereich nördlich des Innenhofes erheblich durch LHKW verunreinigt sind. In diesen Bereichen wurden erhöhte LHKW-Konzentrationen über die gesamte Mächtigkeit des gesättigten Bereiches festgestellt. Aufgrund der Untersuchungsergebnisse kann weiters davon ausgegangen werden, dass auch der Bereich der Garage, die sich im westlichen Teil des Altstandortes befindet, von den LHKW-Kontaminationen betroffen ist.

Insgesamt ergeben die Untersuchungen, dass die erheblichen Verunreinigungen durch chlorierte Kohlenwasserstoffe eine Fläche von ca. 690 m2 aufweisen. Im Bereich des Innenhofes und Marktplatzes ("Hotspots") ist ein Volumen in der Größenordnung von 2.500 m3 (ungesättigte Bodenzone: ca. 600 m3) sehr stark mit LHKW verunreinigt.

Die Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen zeigen, dass es zu einem massiven Eintrag von leichtflüchtigen chlorierten Kohlenwasserstoffen aus dem wasserungesättigten Untergrund in das Grundwasser gekommen ist. Ausgehend vom erheblich verunreinigten Untergrund hat sich im Grundwasser eine Schadstofffahne ausgebildet. Mitte der 90er-Jahre wurden bei einem Nutzwasserbrunnen, der sich ca. 500 m im Abstrom des Altstandortes befindet, LHKW-Konzentrationen knapp über 100 µg/l festgestellt. Im Zuge der neueren Grundwasserunter-suchungen lagen die LHKW-Konzentrationen in diesem Brunnen unter dem Prüfwert gemäß ÖNORM S 2088-1 von 6 µg/l. Aktuell wurden am Altstandort (max. 1.630 µg/l) und im unmittelbaren Abstrom (max. 2.440 µg/l) stark erhöhte Tetrachlorethenkonzentrationen festgestellt. Noch in ca. 80 m Entfernung wurden Tetrachlorethenkonzentrationen von bis zu 289 µg/l festgestellt. In einer Entfernung von ca. 300 m ist Tetrachlorethen noch mit einer Konzentration von bis zu 50 µg/l nachweisbar. Anhand der Ergebnisse konnte eine Schadstofffahnenbreite im unmittelbaren Abstrom des Altstandortes von ca. 30 m und für die Abstromebene 2 von ca. 45 m ermittelt werden.

Generell weist der obere Bereich des Grundwasserleiters eine höhere Belastung als der tiefere auf. Im Vergleich zu den älteren Grundwasseruntersuchungen fand eine Ausbreitung der LHKW-Belastung in die Tiefe statt. Ende der 90er-Jahre wurden im tieferen Bereich lediglich Spuren von LHKW im unmittelbaren Abstrom bestimmt. In einer Entfernung von 100 m wurden damals im tieferen Bereich keine LHKW nachgewiesen. Bei den aktuellen Untersuchungen lagen erhöhte Konzentrationen (> MSW) im tieferen Bereich bis in eine Entfernung von ca. 300 m vor. Aufgrund der Ergebnisse kann davon ausgegangen werden, dass sich die Schadstofffahne in den letzten 20 Jahren verkleinert hat.

Neben Tetrachlorethen wurden auch erhöhte Gehalte an Trichlorethen und cis-1,2-Dichlorethen vor allem in der 2. Abstromebene festgestellt und somit ein Abbau von Tetrachlorethen nachgewiesen. Trotz des geringen Grundwasserdurchflusses sind die Frachten für die Summe von
Tetrachlorethen und Trichlorethen erheblich (> 5 g/d).

Zusammenfassend zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass im Bereich des Altstandortes eine massive Verunreinigung des Untergrundes durch Tetrachlorethen vorhanden ist, die eine starke Verunreinigung des Grundwassers verursacht. Die erheblichen Verunreinigungen des Untergrundes umfassen eine Fläche von rund 690 m2 und in den sehr stark verunreinigten Bereichen ein Volumen in der Größenordnung von 2.500 m3. Im unmittelbaren Abstrom des Altstandortes sind hohe LHKW-Konzentrationen messbar, in einer Entfernung von 300 m sind die LHKW-Konzentrationen teilweise noch über dem Maßnahmenschwellenwert der ÖNORM S 2088-1, aber bereits deutlich niedriger. Es ist auch in Zukunft mit einem erheblichen Schadstoffeintrag in das Grundwasser zu rechnen. Der Altstandort „Putzerei Lengauer“ stellt daher eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.

 

PRIORITÄTENKLASSIFIZIERUNG

Maßgebliches Schutzgut für die Bewertung des Ausmaßes der Umweltgefährdung ist das Grundwasser. Die maßgeblichen Kriterien für die Prioritätenklassifizierung können wie folgt zusammengefasst werden:

Schadstoffpotenzial: groß

Am Altstandort "Putzerei Lengauer" ist der Untergrund mit chlorierten Kohlenwasserstoffen verunreinigt. Der erheblich verunreinigte Untergrundbereich weist eine Fläche von rund 690 m2 auf. Das Volumen des sehr stark verunreinigten Untergrundes im Bereich der Hotspots liegt in einer Größenordnung von ca. 2.500 m3. Der maßgebliche Schadstoff ist Tetrachlorethen, der aufgrund seiner stofflichen Eigenschaften ein sehr hohes Gefährdungspotenzial für das Grundwasser aufweist. Das Schadstoffpotenzial ist insgesamt als groß zu bewerten.

Ausbreitung der Schadstoffe: begrenzt

Die Schadstofffahne im Grundwasser ist mehr als 300 m lang. Die Schadstoffkonzentrationen bis zu einer Entfernung von ca. 300 m stromab des Altstandortes sind hoch. Die mit dem Grundwasser transportierte Tetrachlorethenfracht ist erheblich. Entsprechend dem Ausmaß der Untergrundverunreinigungen, den Schadstoffeigenschaften und den Grundwasserströmungsverhältnissen ist mittelfristig mit keiner wesentlichen Änderung der Schadstoffausbreitung zu rechnen. Insgesamt ist die Schadstoffausbreitung als begrenzt zu klassifizieren.

Bedeutung des Schutzgutes: gut nutzbar

Das Grundwasser im Bereich des Altstandortes ist ergiebig. Es sind zahlreiche Haus- und Nutzbrunnen in der Umgebung des Altstandortes vorhanden. Zukünftig ist mit keinen höherwertigen Grundwassernutzungen im direkten Abstrom zu rechnen. Aufgrund der Nutzung des Grundwassers durch Hausbrunnen wird das Schutzgut Grundwasser als gut nutzbar eingestuft.

Vorschlag Prioritätenklasse: 2

Entsprechend der Beurteilung der Untersuchungsergebnisse, der Gefährdungsabschätzung und den im Altlastensanierungsgesetz § 14 festgelegten Kriterien schlägt das Umweltbundesamt vor, den Altstandort "Putzerei Lengauer" in die Prioritätenklasse 2 einzustufen.

 

Datum der Texterstellung:    März 2016