Altlast N98: VEW/Schoeller-Bleckmann - Teilbereich Infrastruktur*

Im Bereich des rund 700.000 m² großen Standortes der Schoeller-Bleckmann-Werke begann die industrielle Nutzung im Jahr 1846. Der ca. 35.000 m² große Teilbereich Infrastruktur ist einer der am längsten genutzten Teile und wurde seit Beginn für Energiebereitstellung und sonstige infrastrukturelle Aufgaben genutzt. Etwa 1916 wurde ein Teich verfüllt und ein Kohlekraftwerk sowie ein Becken zur Wasserreinigung errichtet.

Während des 2. Weltkriegs wurde ein Gaswerk betrieben, danach erfolgte in diesem Bereich die zentrale Öllagerung sowie die Lagerung von Betriebsabfällen. Bis Ende der 70-iger Jahre wurde hauptsächlich Schweröl und zum Teil Teer verfeuert, danach Heizöl und ab 1989 Erdgas.

Fast im gesamten zentralen, nördlichen und östlichen Teil des Standorts wurden ausgehend vom ehemaligen zentralen Öllager erhebliche Untergrundbelastungen mit Mineralöl (MKW) festgestellt, im nördlichen Bereich auch mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die erheblichen Kontaminationen befinden sich größtenteils in der gesättigten Zone. Auf einer Fläche von insgesamt ca. 7.000 m² sind rund 15.000 m³ Untergrund erheblich verunreinigt, auf dem Grundwasser schwimmt eine geringmächtige Mineralölphase bzw. Ölschlieren auf einer Fläche von rund 2.500 m². Im Grundwasser wurden vor allem Mineralölkohlenwasserstoffe sowie in Teilbereichen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und aromatische Kohlenwasserstoffe nachgewiesen. Die Schadstofffrachten im unmittelbaren Grundwasserabstrom sind zum Teil erheblich, die Länge der Schadstofffahne kann mit maximal 100 m abgeschätzt werden. Mittel- bis langfristig ist keine signifikante Änderung der Grundwasserbelastungen zu erwarten. Für den erheblich kontaminierten Bereich ergibt sich die Prioritätenklasse 3.

* Die Verdachtsfläche "VEW/Schoeller-Bleckmann - Teilbereich Infrastruktur" wurde vorab in das Altlastenverzeichnis aufgenommen. Eine rechtsverbindliche Ausweisung in der Altlastenatlasverordnung wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Neunkirchen,
Ternitz,
Dunkelstein,
550/1, 622/28, 758
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: Metallindustrie
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 7.100 m²
Volumen Altlast (m³): 15.000 m³
Schadstoff(e) Mineralölkohlenwasserstoffe (Diesel/Heizöl)
Teeröl (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Betriebliche Anlagen und Tätigkeiten

Der Standort der Schoeller-Bleckmann Werke liegt nahe dem Ortszentrum von Ternitz unmittelbar an der Schwarza. Der gesamte Werksbereich weist eine Fläche von ca. 700.000 m² auf, die industrielle Nutzung begann im Jahr 1846. Der Teilbereich Infrastruktur ist einer der am längsten genutzten Teile des Standorts und umfasst eine Fläche von rund 35.000 m².

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war im Bereich Infrastruktur ein Teich als Wasserspeicher vorhanden. Dieser diente vermutlich als Staubecken zur Energiegewinnung sowie zur Kühlung des Eisenwerks Theresienhütte im Teilbereich Stahlwerk. Im westlichen Teil war ein Gebäude des Stahlwerks mit Schweißerei sowie Lagerhallen und Speisesaal situiert.

Etwa 1916 wurde der Teich mit Bauschutt und Schlacke verfüllt und darauf ein Kohlekraftwerk zur Energieerzeugung errichtet, weiters wurden im Bereich Infrastruktur eine Tischlerei und ein Absetzbecken zur Abwasserreinigung errichtet. Während des 2. Weltkrieges wurde ein Gaswerk im zentralen Bereich betrieben. Später erfolgte im Bereich des ehemaligen Gaswerks die zentrale Öllagerung sowie die Lagerung von Betriebsabfällen. In weiterer Folge wurde der Teilbereich Infrastruktur neben der Energieversorgung vor allem für Verwaltungs- und produktionsunterstützende Tätigkeiten (Tischlerei, Maurer, Zimmerei, Lagerhallen) genutzt.

In folgender Abbildung ist der wesentliche Gebäudebestand an vier historischen Zeitpunkten dargestellt. Im Jahr 1991 war der Bestand aus 1981 im Wesentlichen unverändert.

Im Teilbereich Infrastruktur sind einige kontaminationsrelevante Anlagen betrieben worden sowie Lagerungen und Vorfälle bekannt, die im Folgenden näher beschrieben werden.

I 1:  Stahlguss-Putzerei

Dieser Bereich wurde bis ca. 1940 vom westlich angrenzenden Stahlwerk genutzt, neben Nutzungen wie Magazine, Werkzeuglagerungen und Speisehalle erfolgten auch Reinigungstätigkeiten des Stahlwerks. Bei der Stahlguss-Putzerei wurden vermutlich Säuren und Laugen sowie eventuell Cyanid eingesetzt.

I 2:  Gaswerk, zentrale Öllagerung, Lagerung von Betriebsabfällen

1941 wurde ein Gaswerk mit einer Kapazität zur Erzeugung von bis zu 16.000 Nm³ pro Stunde errichtet. Zur Fassung des anfallenden Teers diente ein Kessel mit 100 Tonnen Fassungsvermögen, die Entsorgung des Teers ist nicht bekannt. Das Gaswerk wurde kurz nach Ende des 2. Weltkriegs wieder stillgelegt.

1946 wurde der unterirdische Kohlebunker des Gaswerks für die zentrale Lagerung von ca. 630 m³ Schweröl umgebaut. Über dampfbeheizte Leitungen (zu Beginn v.a. unterirdisch) wurde das Schweröl zum Kesselhaus und in die anderen Werksbereiche transportiert. Zu Beginn wurde auch Teer gelagert und verfeuert. Die zentrale Ölversorgung wurde 1979 stillgelegt und seitdem nur mehr für die Notversorgung vorgehalten.

Seit den 70-iger Jahren wurden im Bereich des ehemaligen Gaswerks Altöl gelagert und aufbereitet, ebenso wurde der Bereich zur Lagerung von diversen Betriebsabfällen (auch mehrere Tonnen CKW-hältige Lösungsmittel) verwendet. Auch Lagerungen von CKW-Fässern im Freien unmittelbar nordöstlich der Halle sind dokumentiert. Im Außenbereich des Gebäudes gab es im Laufe des Betriebszeitraumes mehrere Ölabscheider. Im Jahr 1987 wurde ein geordnetes Lager für industrielle Abfälle bewilligt.

I 3:  Absetzbecken

Etwa seit Verfüllung des Teichs bis 1969 befand sich ein Absetzbecken (rein mechanische Kläranlage) zur Klärung von Abwässern. Eingeleitet wurden vermutlich Abwässer des Stahlwerks und möglicherweise auch des Gaswerks (z.B. Ammoniakwasser).

I 4:  Kesselhaus

Im zentralen Kesselhaus wurden seit etwa 1916 mehrere Dampfkessel betrieben. Zu Beginn wurde nur Kohle verfeuert, danach auch Öl und Gas. In den 40-iger und 50-iger Jahren wurde neben Schweröl vermutlich auch Teer verfeuert. Die Verwendung von Kohle wurde 1972, jene von Öl 1989 eingestellt, danach wurde nur noch Gas verwendet. Im ehemaligen Kohlebunker südwestlich des Kesselhauses wurde nach 1972 auch provisorisch Öl gelagert, die Menge und der Zeitraum dieser Lagerungen sind nicht bekannt.

Untergrundverhältnisse

Der Standort der Schoeller-Bleckmann Werke befindet sich am südlichen Rand des Wiener Beckens. Die Untergrundverhältnisse sind sehr inhomogen, der Standort liegt in der Bruchberandung der Mitterndorfer Senke. Die Mächtigkeiten der quartären Ablagerungen (Sande und Kiese) schwanken zwischen zwei und mehr als 30 m. Zum Teil treten auch tertiäre Talfüllungen (Konglomerat und feinsandige Sedimente) auf. Die Basis bilden Gesteine der Grauwackenzone. Fast am gesamten Werksareal sind Anschüttungen aus Rückständen der Stahlerzeugung und Bauschutt vorhanden.

 

Die anthropogenen Anschüttungen sind im zentralen Bereich am mächtigsten und bewegen sich im Teilbereich Infrastruktur etwa zwischen rund 1,5 m bis 7,3 m, lediglich bei einem Aufschluss im Randbereich wurden keine Anschüttungen angetroffen. Unterhalb der Anschüttungen wurden kiesig-sandige Schichten oder direkt eine Konglomeratschicht angetroffen. Die Mächtigkeit der Konglomeratschicht schwankt zwischen rund 1 bis 4 m, zum Teil treten in größerer Tiefe wieder konglomerierte Schichten auf. Die Konglomeratschicht ist zum Teil grundwasserführend. Den Grundwasserstauer im Liegenden bilden feinsandige bis tonige Schluffe (Tegel), diese Tegelschicht weist ein ausgeprägtes Oberflächenrelief auf.

Den Grundwasserleiter bilden die quartären kiesig-sandigen Ablagerungen sowie die stark verwitterte und klüftige Konglomeratschicht. Der Grundwasserspiegel liegt im Teilbereich Infrastruktur bei rund 7 bis 7,5 m unter GOK, die Grundwassermächtigkeit schwankt entsprechend der Mulden- und Rinnenstruktur des Stauers zwischen rund 3 bis 7 m. Die Strömungsrichtung verläuft etwa Richtung Nordosten etwa in Fließrichtung der Schwarza und verschwenkt im weiteren Abstrom Richtung Osten. Die Durchlässigkeit des Aquifers beträgt rund 5x10-5 bis 5x10-4 m/s, das ermittelte Grundwassergefälle beträgt ca. 0,5 %. Der spezifische Grundwasserdurchfluss liegt im Bereich von etwa 0,5 m³/m,d, über den gesamten Querschnitt des Altstandorts rund 90 m³/d.

Schutzgüter und Nutzungen

Das gesamte Areal der Schöller-Bleckmann wird aktuell industriell und gewerblich genutzt. Neben den direkten Nachfolgebetrieben der Schöller-Bleckmann Werke sind auch zahlreiche Gewerbe- und Handelsbetriebe (z.B: Baustoffrecycling, Kunststofftechnik und Aluminiumbearbeitung, KFZ-Ersatzteilhandel) am Areal ansässig. Der Standort liegt im Siedlungsgebiet von Ternitz und ist großteils von Ein- und Zweifamilienhäusern umgeben. Der Teilbereich Infrastruktur ist großteils bebaut und versiegelt, lediglich im Bereich des Sierningbaches sowie der Schwarza sind noch lokal Freiflächen.

Im Teilbereich Infrastruktur wird das Grundwasser nicht genutzt. Nördlich und südlich existieren einige wasserrechtlich bewilligte Nutzwasserentnahmen, rund 250 m im Abstrom befindet sich ein Nutzwasserbrunnen, der aktuell aber nicht mehr genutzt wird. Trinkwassernutzungen im Abstrom sind keine bekannt und aufgrund der gewerblich industriellen Nutzung auch zukünftig nicht zu erwarten.

 

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Der gesamte Standort der Schöller-Bleckmann Werke weist eine Fläche von ca. 700.000 m² auf, die industrielle Nutzung begann im Jahr 1846. Der Teilbereich Infrastruktur ist einer der am längsten genutzten Teile des Standorts und umfasst eine Fläche von rund 35.000 m². In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war im Bereich Infrastruktur ein Teich als Wasserspeicher vorhanden. Dieser diente vermutlich als Staubecken zur Energiegewinnung sowie zur Kühlung des nordwestlich angrenzenden Eisenwerks Theresienhütte.

Etwa 1916 wurde der Teich mit Bauschutt und Schlacke verfüllt und darauf ein Kohlekraftwerk zur Energieerzeugung errichtet, weiters wurden im Bereich Infrastruktur eine Tischlerei und ein Absetzbecken zur Abwasserreinigung errichtet. Während des 2. Weltkrieges wurde ein Gaswerk im zentralen Bereich betrieben. Später erfolgte im Bereich des ehemaligen Gaswerks die zentrale Öllagerung sowie die Lagerung von Betriebsabfällen. In weiterer Folge wurde der Teilbereich Infrastruktur neben der Energieversorgung und Lagerung vor allem für Verwaltungs- und produktionsunterstützende Tätigkeiten (Tischlerei, Maurer, Zimmerei, Lagerhallen) genutzt.

Nach Ende des 2. Weltkrieges bis Ende der 70-iger Jahre wurde Schweröl und anfänglich auch Teer verfeuert, der Lagerbunker umfasste 630 m³. Bis 1989 wurde noch Heizöl eingesetzt, danach wurde auf Gas umgestellt. Seit Beginn der 70-iger Jahren werden im Bereich Infrastruktur große Mengen an Betriebsmittel und -abfällen, unter anderem auch Lösemittel, gelagert, 1987 wurde ein geordnetes Lager errichtet.

Im gesamten Bereich des Altstandortes sind oberflächlich Anschüttungen aus Produktionsrückständen der Stahlerzeugung (Schlacken, Aschen, Gießereisande) sowie Aushubmaterial (Sand, Kies) und Bauschutt vorhanden. Die Mächtigkeit der Anschüttungen beträgt bis 7,3 m unter GOK, im Mittel rund 4,7 m. In den Anschüttungen wurden teilweise erhöhte Metallbelastungen nachgewiesen, insbesondere Chrom, Kupfer und Blei. Bei einigen Aufschlüssen wurden in den Anschüttungen erhöhte Gehalte an Mineralölkohlenwasserstoffen (KW-Index) und zum Teil auch polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen nachgewiesen.

Bei zahlreichen Aufschlüssen wurden im gesättigten Bereich ausgehend vom ehemaligen zentralen Öllager Verunreinigungen mit Mineralöl nachgewiesen. Insbesondere im zentralen Bereich ist eine geringmächtige aufschwimmende Mineralölphase auf dem Grundwasser ausgebildet. Im nordwestlichen Bereich des Standorts liegt eine Kontamination mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen bis ins Grundwasser vor, eine Teerölphase am Stauer wurde nicht angetroffen. 

Fast im gesamten zentralen, nördlichen und östlichen Bereich des Teilbereichs Infrastruktur ist das Grundwasser mit Mineralölkohlenwasserstoffen belastet. Die Mineralölbelastungen bestehen zum Großteil aus höhersiedenden Anteilen, im nördlichen Bereich ist der Anteil an mittelsiedenden Anteilen höher. In diesem Bereich wurden lokal auch massive Kontaminationen mit aromatischen Kohlenwasserstoffen sowie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, insbesondere Naphthalin, festgestellt. Auch Benzol ist in diesem Bereich in stark erhöhten Gehalten vorhanden. Entsprechend der Auswertung von Pumpversuchen dürfte das Zentrum dieser Belastungen etwas südlich der Messstelle GW 4/19 liegen.

Im Grundwasserabstrom (rund 30 bis 50 m) wurden teilweise noch erhöhte Schadstoffgehalte nachgewiesen, es ist jedoch bereits ein deutlicher Schadstoffrückgang gegeben. Im stark belasteten Bereich sowie im direkten Grundwasserabstrom wurden deutlich reduzierte Sauerstoff- und Nitratgehalte sowie erhöhte Ammoniumgehalte nachgewiesen sodass von einer mikrobiellen Abbautätigkeit der organischen Schadstoffe auszugehen ist.

Bei Messstellen rund 150 bis 200 m abstromig wurden keine erhöhten Schadstoffgehalte mehr nachgewiesen, die Gehalte sind großteils nur knapp oberhalb der jeweiligen Bestimmungsgrenze. Die Länge der Schadstofffahne kann mit maximal 100 m abgeschätzt werden, die größte Ausbreitung betrifft vermutlich polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe und Benzol.

Im Bereich der Verunreinigungen sowie im direkten Abstrom sind zum Teil erhebliche Schadstofffrachten vorhanden.

Zusammenfassend zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass der Untergrund beim Altstandort „VEW/Schoeller-Bleckmann – Teilbereich Infrastruktur“ auf einer Fläche von rund 7.000 m² erheblich mit Mineralölkohlenwasserstoffen und zum Teil zusätzlich mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und aromatischen Kohlenwasserstoffen verunreinigt ist. Die Untergrundverunreinigungen verursachen eine Grundwasserverunreinigung, im unmittelbaren Grundwasserabstrom sind die Schadstofffrachten gering. Die Länge der Schadstofffahne im Grundwasser kann aktuell mit maximal 100 m abgeschätzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich mittelfristig weder die Schadstoffkonzentrationen noch die Schadstofffrachten im Grundwasser signifikant verändern werden.

 

PRIOTITÄTENKLASSIFIZIERUNG

Maßgebliches Schutzgut für die Bewertung des Ausmaßes der Umweltgefährdung ist das Grundwasser. Die maßgeblichen Kriterien für die Prioritätenklassifizierung können wie folgt zusammengefasst werden:

Schadstoffpotenzial: groß

Im Bereich des Altstandortes ist der Untergrund erheblich mit Mineralölkohlenwasserstoffen im mittleren und höheren Siedebereich sowie in Teilbereichen mit aromatischen Kohlenwasserstoffen und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen verunreinigt. Die Mineralölverunreinigung ist eine Mischung aus höhersiedenden Mineralölen (Schweröl) und Mitteldestillat, bereichsweise ist ein höherer Anteil an niedrigsiedenden Kohlenwasserstoffen vorhanden. Der mit Mineralöl erheblich verunreinigte Untergrund im Bereich des Altstandortes kann mit ca. 15.000 m³ abgeschätzt werden, auf einer Fläche von rund 2.500 m² ist eine gering mächtige aufschwimmende Ölphase bzw. Ölschlieren vorhanden.

Schadstoffausbreitung:begrenzt

Im Bereich der erheblichen Verunreinigungen ist das Grundwasser deutlich mit Mineralöl, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen und zum Teil aromatischen Kohlenwasserstoffen belastet. Im unmittelbaren Grundwasserabstrom können zum Teil erhebliche Schadstofffrachten für Naphthalin und Benzol abgeschätzt werden. Die Länge der Schadstofffahne kann mit rund 50 bis 100 m abgeschätzt werden. Aufgrund Art und Alter der Kontamination ist mittel- bis langfristig keine signifikante Änderung der Schadstofffrachten zu erwarten.

Bedeutung des Schutzgutes: nutzbar 

Das Grundwasser ist grundsätzlich quantitativ gut nutzbar. Im Bereich des Altstandortes sowie im unmittelbaren Abstrom wird das Grundwasser nicht genutzt. Im Umfeld und weiteren Abstrom existieren Nutzwasserbrunnen. Im weiteren Abstrom exfiltriert das Grundwasser in die Schwarza. Aufgrund der gewerblich-industriellen Nutzung sind auch zukünftig im näheren Grundwasserabstrom keine höherwertigen Grundwassernutzungen anzunehmen.

Vorschlag Prioritätenklasse: 3

Entsprechend der Bewertung der vorhandenen Untersuchungsergebnisse, der voranstehenden Gefährdungsabschätzung und den im Altlastensanierungsgesetz § 14 festgelegten Kriterien ergibt sich für die erheblich kontaminierten Bereiche die Prioritätenklasse 3.

 

Datum der Texterstellung: April 2022