Sanierte Altlast K9: Deponie Orterlache

Die Deponie "Orterlache" befand sich ca. 6 km südöstlich von Radenthein in der Mitte zwischen dem Feldsee und dem Afritzer See unmittelbar an der Millstätter Bundesstraße. Von 1959 bis 1973 wurden auf einer Fläche von ca. 4.000 m² vor allem Hausmüll, Bauschutt und Sperrmüll abgelagert. Bei der geschätzten, durchschnittlichen Mächtigkeit der Ablagerungen von 5 m ergab sich ein Volumen von ca. 20.000 m³.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Villach Land,
Feld am See,
Rauth,
981/5, 981/6
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altablagerung
Deponietyp: Kommunale Deponie
Art der Ablagerungen: Bauschutt,
Hausmüll,
Aushubmaterial/Abraum
Fläche Altlast (m²): 5.500 m²
Volumen Altlast (m³): 20.000 m³
Schadstoff(e) Deponiesickerwasser (Ammonium)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 31.03.1994
Datum der Prioritätenfestlegung: 10.05.1994
Priorität: 3
Datum Ausweisung dekontaminiert: 21.12.2000
Status Maßnahme: abgeschlossen
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Räumung
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.03.2001

Die Ablagerungen erfolgten in einem anmoorigen, vernässten Bereich. Das in diesem Bereich anfallende Wasser (Niederschlag, Oberflächenwasser und Grundwasser) konnte aufgrund der gegebenen Standortbedingungen (v.a. Geländeform, gering durchlässiger Untergrund) nicht rasch genug abfließen bzw. versickern, sodass Vernässungszonen entstanden. Oberflächlich entwässerte der Ablagerungsbereich in den Orterbach, der in den ca. 700 m entfernten Afritzer See mündet.

Der Untergrund wird aus Sedimentschichten unterschiedlicher Zusammensetzung und Durchlässigkeiten aufgebaut (Kiese, Sande, Schluffe). Aufgrund der bisherigen Untergrunderkundungen bis in eine Tiefe von 15 m wurden zwei wasserführende Schichten festgestellt. Inwieweit im Bereich der ehemaligen Ablagerungen zwei getrennte Grundwasserhorizonte vorhanden sind, konnte nicht eindeutig beurteilt werden. Im Bereich der Ablagerungen wurde der Grundwasserspiegel in einer Tiefe von ca. 2 - 6 m Tiefe gemessen. Eine ausgeprägte Trennung der zwei wasserführenden Schichten wurde in einer Bohrung ca. 100 m von den Ablagerungen in Richtung Afritzer See entfernt festgestellt. An dieser Stelle wurde der obere Grundwasserspiegel in Tiefen von 2 - 3 m, der tiefere in Tiefen von 6 - 10 m gemessen.

Der oberflächennahe Grundwasserhorizont kommuniziert mit dem Orterbach, das Grundwasser des tieferen Horizonts fließt in Richtung Afritzer See. Die Ergiebigkeit der grundwasserführenden Schichten ist generell gering.

Im Zuge der Schließung der Deponie wurden 1973 Drainagierungsmaßnahmen durchgeführt, um die Abflussbedingungen zu verbessern. Entsprechend den vorhandenen Unterlagen konnte dadurch keine ausreichende Entwässerung des Standortes erreicht werden. Es wurde angenommen, dass die Ablagerungen vernässt sind und durch Sickerwasser in einem hohen Ausmaß ausgelaugt werden.

Im Grundwasserabstrombereich waren keine Grundwassernutzungen vorhanden. Der Bereich der Ablagerungen wurde für land-wirtschaftliche Zwecke und von der Gemeinde für ihren Bauhof genutzt.

Gefährdungsabschätzung

In einem anmoorigen Vernässungsbereich wurden ca. 20.000 m³ Bauschutt, Hausmüll und Sperrmüll abgelagert. Entsprechend den Standortverhältnissen kam es zu einer Auslaugung der Ablagerungen durch Sickerwasser in einem hohen Ausmaß.

Die Sickerwasseruntersuchungen zeigten, dass im Bereich der Altablagerung zumindest zeitweise und an bestimmten Stellen Sickerwasser anfiel, dessen Qualität den Anforderungen für eine Einleitung in ein Fließgewässer nicht entsprach.

Bei der Interpretation der Grundwasseruntersuchungen fiel auf, dass in Grundwasserproben, die aufgrund der bekannten Sachlage nicht von den Ablagerungen beeinflusst sein konnten (F4, F5), Inhaltsstoffe in Konzentrationen gemessen wurden, die über den Trinkwassergrenzwerten lagen (z.B. bei Ammonium, Summe Kohlenwasserstoffe, Eisen, Mangan). Diese allgemein schlechte Grundwasserqualität konnte auch auf die besonderen hydrochemischen Bedingungen in einem derartigen anmoorigen Vernässungsbereich zurückgeführt werden.

Aus den Ergebnissen der Untersuchungen der Grundwasserproben, die durch Sickerwässer aus dem Ablagerungsbereich beeinflusst sein könnten, lies sich eine Beeinflussung der Grundwasserqualität ableiten. Vor allem bei den Untersuchungsparametern chemischer Sauerstoffbedarf, Ammonium, Chlorid, Zink, Eisen und Mangan wurden wiederholt Konzentrationen gemessen, die deutlich über der oben angeführten Hintergrundbelastung lagen. Vereinzelt wurden auch erhöhte Konzentrationen von Chrom und Kupfer festgestellt.

Die Untersuchung von Wasserproben aus dem Gerinne vom Absetzbecken zum Orterbach und dem Orterbach selbst ergaben, dass das dem Orterbach aus dem Absetzbecken zufließende Sickerwasser eine deutlich schlechtere Qualität aufwies als das Wasser des Orterbaches.

Sanierungsmaßnahmen

Zur Sanierung der Altlast wurden die Ablagerungen entfernt. Die Räumung der "Deponie Orterlache" erfolgte im Zeitraum von Anfang November 1996 bis Ende April 1997.

Vor Beginn der Räumung wurde im Bereich zwischen dem Hang nordöstlich der Altlast und der Altlast eine Drainage errichtet. Die Drainage verhinderte, dass Hangwässer in die Altablagerung eintreten und belastete Sickerwässer in den Orterbach fließen.

Anschließend wurde der auf der Deponie befindliche Bauhof abgetragen und mit der Entfernung der Abfälle begonnen. In Tabelle 1 sind die Art und die Mengen der aus der "Deponie Orterlache" entfernten Ablagerungen zusammengefasst.

Abfallart bzw. abgelagertes Material Menge / Anzahl
Humus 558,16 m³
Erdaushub, Bauschutt 12.680,21 m³
Hausmüll, hausmüllähnliche Abfälle (Glas, Metall, Holz, etc.) 7.210,42 m³
Sperrmüll 59,98 to
Autowracks und Altmetall 45,02 to
Autoreifen 327 Stk.

Menge und Zusammensetzung der entfernten Ablagerungen

Die Verfüllung und Rekultivierung des nördlichen Abschnittes der Deponie erfolgte unmittelbar nach der Räumung. Der restliche Teil der ehemaligen Deponie wurde im Zeitraum von August bis September 1997 mit Aushubmaterial wiederverfüllt.

Um festzustellen, ob sich nach der Entfernung der Ablagerungen eine Verbesserung der Grundwasserqualität einstellt, wurden die Grundwassermessstellen F1 und F1a im Abstrom der ehemaligen Deponie und die Grundwassermessstelle F4 im Anstrom jeweils im April und Oktober 1997 beprobt.

Die Grundwasseranalysenergebnisse zeigen einen deutlichen Rückgang der Grundwasserverunreinigung im Abstrom der "Deponie Orterlache" nach der Entfernung der abgelagerten Abfälle. Ein Vergleich der Analysenergebnisse aus dem Jahr 1993 mit den Analysenergebnissen des letzten Probenahmetermins nach der Räumung zeigt vor allem bei den maßgeblichen Parametern chemischer Sauerstoffbedarf, Ammonium, Chlorid und Summe Kohlenwasserstoffe eine deutliche Abnahme der Konzentrationen. Auch die zum Teil vor der Sanierung vorhandene Belastung des Grundwassers durch Schwermetalle konnte nach der Räumung der Deponie nicht mehr nachgewiesen werden. Bei der Gegenüberstellung der Messwerte aus dem Abstrom und dem Anstrom kann festgestellt werden, dass bei einem Teil der Parameter die Konzentrationen bereits in derselben Größenordnung liegen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die Ablagerungen im Bereich der Altlast entfernt wurden und dadurch eine deutliche Verringerung der Grundwasserverunreinigung bewirkt wurde. Aus dem geräumten Ablagerungsbereich finden keine erheblichen Schadstoffemissionen in das Grundwasser statt.

Datum der letzten Textüberarbeitung: November 2000