Altlast K12: Philips Haushaltgerätewerk Klagenfurt

Am Altstandort "Philips Haushaltsgerätewerk Klagenfurt" wurde auf einer Fläche von ca. 5.000 m² der Untergrund mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKW) verunreinigt. Seit 1994 wird eine Bodenluftabsauganlage betrieben. Im Grundwasser sind weiterhin hohe CKW-Konzentrationen feststellbar, die auf einen erheblichen Schadstoffeintrag in das Grundwasser hinweisen. Trinkwasserversorgungen werden durch die Grundwasserverunreinigung nicht gefährdet. Es wird vorgeschlagen, die Altlast in die Prioritätenklasse 2 einzustufen.

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Klagenfurt (Stadt),
Klagenfurt am Wörthersee,
St. Ruprecht bei Klagenfurt,
941
Lage der Altlast : Altlast im GIS anzeigen
Art der Fläche: Altstandort
Branche: sonstige Elektrotechnikindustrie
Ergebnis Beurteilung: erhebliche Kontamination
Fläche Altlast (m²): 41.000 m²
Schadstoff(e) Organische Lösungsmittel (leichtflüchtige chlorierte Kohlenwasserstoffe)
Datum Eintrag Altlastenatlas: 27.06.1994
Datum der Prioritätenfestlegung: 22.03.2002
Priorität: 2
Status Maßnahme: in Durchführung
Art der Maßnahme: Dekontamination
Sanierungsverfahren (Gruppe): Pneumatische Maßnahmen,
Hydraulische Maßnahmen
Datum Aktualisierung Altlastenatlas: 01.04.2002

Das Werksgelände des Haushaltgerätewerkes Philips befindet sich im Industriegelände der Katastralgemeinde St. Ruprecht im Süden von Klagenfurt. Im Zuge der Produktion von Haushaltsgeräten wurden zwischen 1968 und 1993 chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) zur Metallreinigung verwendet. Zur Metallentfettung wurde vorwiegend Tetrachlorethen verwendet, es wurde aber auch Trichlorethen auf dem Gelände gelagert und verwendet. Der Betriebsstandort weist insgesamt eine Fläche von ca. 40.000 m² auf.

Der Altstandort befindet sich im Bereich eines Schwemmkegels. Der Untergrund im Bereich des Altstandortes wird aus Alluvialsedimenten der Glan aufgebaut. Die Mächtigkeit der Alluvialsedimente kann bis in eine Tiefe von 200 m reichen. Im unmittelbaren Bereich der Altlast werden die Sedimente zumindest bis zu einer Tiefe von 30 m unter GOK immer feinkörniger, wobei kleinräumig Unterschiede aufgrund des Sedimentationsmusters der Glan bestehen. Bis in eine Tiefe von 15–20 m bestehen die Sedimente aus sandigen Kiesen, die in größerer Tiefe in Sande übergehen.

Der Grundwasserflurabstand im Bereich der Altlast beträgt zwischen 2 und 3 m. Die oberflächennahen, grundwasserführenden Sedimente sind gut wasserdurchlässig (kf-Wert ca. 10-3 m/s). Die generelle Grundwasserströmung ist im Bereich der Altlast verläuft generell von West nach Ost.

Das Grundwasser wird in der Umgebung der Altlast durch Betriebsbrunnen genutzt. Trinkwassernutzungen im generellen Grundwasserabstrom des Altstandortes sind nicht bekannt. Ca. 900 m südlich der Altlast befindet sich ein ehemaliges Grundwasserschongebiet.

Gefährdungsabschätzung

Der Altstandort "Philips Haushaltsgerätewerk Klagenfurt" befindet sich im Industriegebiet der Katastralgemeinde St. Ruprecht im Süden von Klagenfurt. Im Zuge der Produktion von Haushaltsgeräten wurden zwischen 1968 und 1993 CKW verwendet (Tetrachlorethen, Trichlorethen). Im Bereich von Entfettungsanlagen wurde auf einer Fläche von ca. 5.000 m² eine massive Verunreinigung des Untergrundes mit CKW festgestellt. 1994 wurde zur Sanierung des Untergrundes mit einer Bodenluftabsaugung begonnen. Durch den Betrieb der Bodenluftabsauganlage wurden die CKW-Konzentrationen in der Bodenluft reduziert. 1999 wurden noch an 13 Stellen im Bereich der Entfettungsanlagen erhöhte CKW-Konzentrationen in der Bodenluft gemessen.

Im Grundwasserabstrombereich der Entfettungsanlagen ist eine massive Grundwasserverunreinigung mit CKW vorhanden. Bei Grundwasseruntersuchungen seit 1993 wurden im Grundwasser an mehreren Stellen sehr hohe CKW-konzentrationen bis über 1 mg/l festgestellt. Es wurden zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche CKW-Konzentrationen festgestellt, wobei kein eindeutiger Trend erkennbar ist. Im Grundwasserzustrombereich des Altstandortes sind CKW nur in geringen Konzentrationen im Grundwasser nachweisbar. Ausgehend von den Standorten der beiden Entfettungsanlagen haben sich im Grundwasser oberflächennahe Schadstofffahnen ausgebildet, die in Abhängigkeit der Grundwasserströmungsverhältnisse zeitweise unterschiedlich deutlich ausgeprägt sind. Im Bereich der Entfettungsanlagen sowie im unmittelbaren Grundwasserabstrombereich ist jedenfalls eine massive Verunreinigung des Grundwasserkörpers mit CKW vorhanden. Diese CKW-Verunreinigung stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.

Prioritätenklassifizierung

Die ursprünglich auf einer Fläche von ca. 5.000 m² festgestellte CKW-Verunreinigung des Untergrundes konnte durch den Betrieb einer Bodenluftabsauganlage seit 1994 reduziert werden. Die im Grundwasser festgestellten, zeitweise sehr hohen CKW-Konzentrationen weisen auf einen noch immer vorhandenen, erheblichen Schadstoffeintrag ins Grundwasser hin. Die CKW-Verunreinigung im Grundwasser beschränkt sich vorwiegend auf oberflächennahe Grundwasserbereiche. Aufgrund der guten Durchlässigkeit des Grundwasserkörpers können sich die Schadstoffe im Grundwasser gut ausbreiten. Eine weiterreichende Schadstoffausbreitung mit dem Grundwasser ist möglich. Trinkwasserversorgungen sind bis in eine Entfernung von ca. 1,5 km nicht vorhanden.

Datum der Texterstellung: Oktober 2001